Das Parlament gedachte am 27. Januar - dem 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau - der Opfer des Nationalsozialismus. Landtagspräsident Alexander Dierks erinnerte zu Beginn der Gedenkstunde an die Millionen Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt, gequält und ermordet worden sind. Auschwitz sei das "monströse Symbol dieses Kulturbruchs". Die Entrechtung der Juden habe bereits ab 1933 vor aller Augen begonnen: "eine Zeit, in der Menschlichkeit und Empathie als Schwäche galten". Anschließend kam das eindringliche Konzertprogramm "Ein Gebet für mich" der polnisch-norwegischen Künstlerin Bente Kahan zur Aufführung. Kahan präsentierte künstlerische Werke, die vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg geschrieben und komponiert wurden. Die Lieder enthalten Texte, die von den Opfern selbst in Ghettos wie Warschau, Krakau, Vilnius und Terezin (Theresienstadt) geschrieben wurden und größtenteils von Bente Kahan vertont wurden. Am Nachmittag lasen Jugendliche für Jugendliche aus dem Buch "Sie waren neun", das Mitglieder der Jungen Gemeinde Wurzen ehrenamtlich ins Deutsche übersetzt haben. Es erzählt das Schicksal von neun Frauen, die das KZ Ravensbrück, die Zwangsarbeit in Leipzig und die Todesmärsche von Leipzig nach Wurzen überlebten.