Vielen Dank für Ihren Dienst!

Datum 15.06.2026

New York Grand Central Terminal

Eine Veranstaltung im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr stellte anlässlich des 2. Nationalen Veteranentags die Situation der Veteraninnen und Veteranen in Deutschland zur Diskussion.

Detailansicht öffnen: Der Musiker Jesse Cole bei seinem Auftritt zur Podiumsdiskussion
Musiker Jesse Cole

Er rahmte die Veranstaltung musikalisch ein, der Singer und Songwriter Jesse Cole. In seinen Liedern zeigt er das Licht und den Schatten auf, die sich im Veteranentag verbinden: einerseits das Würdigen des Dienstes aktiver und ehemaliger Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, andererseits das ehrende Andenken an die Gefallenen und der gesellschaftliche Umgang mit den Einsatzversehrten. 

In diesem Spannungsfeld bewegte sich die Podiumsdiskussion, moderiert von Oberst Dr. Dr. Rudolf Schlaffer, dem Direktor des Museums. Gern habe er die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen, so Landtagspräsident Alexander Dierks. Ihm sei der Dank an die Veteraninnen und Veteranen für die Verteidigung unserer Werte und unserer Demokratie, gegebenenfalls unter Einsatz des eigenen Lebens, ein tiefes Anliegen.

Von den Traumata und den erheblichen Schwierigkeiten im Alltag der an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) erkrankten Veteranen berichtete Sandra Thamm. Die Ehefrau eines Einsatzversehrten und Gründerin eines Vereins für angehörige traumatisierter Einsatzveteranen und Einsatzkräfte (A.T.E.K. e.V.) appellierte an die militärischen Führungskräfte, das Thema nicht kleinzureden und mehr Fürsorge walten zu lassen.

Der Veteranentag schaffe Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema, betonte Dunja Neukam (Stabsfeldwebel a.D.) vom Bund Deutscher EinsatzVeteranen. Lange seien PTBS und die seelische Verwundung ehemaliger Soldaten nicht ernst genommen worden. Ihr Verein habe sich 2010 gegründet, um darauf hinzuweisen. Obgleich mittlerweile bei Bundeswehr und Politik ein Umdenken eingesetzt habe, bestünde in der Versorgung der Betroffenen noch erheblicher Verbesserungsbedarf.

Keine einfache Aufgabe fiel Kapitän zur See Stephan Küttler zu, dem Leiter des Referats für Veteranenangelegenheiten im Verteidigungsministerium. Danach gefragt, was die Bundeswehr tue, um zu helfen, wies er auf bestehende Angebote hin, wie das psychosoziale Netzwerk oder die psychologische Einsatzbetreuung. Die Bundeswehr habe sich dem Thema verstärkt zugewandt und leiste hier unterdessen eine ganze Menge.

Autor: Thomas Schubert