03.10.2025
Knapp 3.600 Politikinteressierte strömten am Tag der Demokratie in den Sächsischen Landtag. Nach der ausgebuchten Feierstunde am Vormittag öffnete das Parlament seine Türen ab der Mittagszeit für Groß und Klein. Neben Gesprächen mit den Fraktionen des Sächsischen Landtags erwartete die Besucherinnen und Besucher ein buntes Programm und viele Mitmachangebote im Plenarsaal und im Bürgerfoyer. Auf dem Landtagsvorplatz präsentierte sich die Landesverkehrswacht.
Vor über 300 Gästen im Plenarsaal hat Landtagspräsident Alexander Dierks in einer Rede an die Wiedervereinigung 1990 erinnert. Er rief dazu auf, gemeinsam die Werte Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen. "Wir erleben nach 35 Jahren wieder einen Epochenbruch in Europa. Wir erleben, dass liberale Demokratien im Äußeren und im Inneren unter Druck geraten", so der Landtagspräsident. Anschließend warf Politikjournalist Robin Alexander in einem Impulsvortrag einen Blick auf das parlamentarische System in Sachsen und der Welt. Er mahnte an: "Wenn wir den Streit so weit treiben, dass die Institutionen schaden nehmen, dann kann auch eine ganze Menge schieflaufen." Anschließend diskutierten die beiden Redner unter der Moderation von Uta Georgi gemeinsam mit Politikwissenschaftlerin Dr. Prof. Astrid Lorenz, die u. a. dafür warb, die Demokratie als "Wettbewerb der Ideen" zu sehen. Zum Ende der Zeremonie sangen alle gemeinsam die deutsche Nationalhymne, begleitet durch das Blechbläserquartett der Schülerinnen und Schüler des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik in Dresden.
Als der Landtag um 12 Uhr seine Tore für Besucherinnen und Besucher öffnete, standen die ersten Interessierten bereits Schlange und wurden freundlich von Landtagspräsident Alexander Dierks empfangen. Danach begrüßte er sie mit einer kleinen Ansprache im Plenarsaal ganz offiziell zum Tag der offenen Tür.
Wer sich für die politischen Ideen der Landtagsfraktionen und ihre Argumente interessierte, konnte sich bei zwei verschiedenen Diskussionsrunden ein Bild davon machen. An jeder Runde nahm je ein Vertreter pro Fraktion teil und für die Zuschauerinnen und Zuschauer gab es die Möglichkeit, Nachfragen zu stellen. Direkt daneben, in der Lobby des Sächsischen Landtags, präsentierten sich die sechs Landtagsfraktionen und man konnte direkt mit den Abgeordneten ins Gespräch kommen.
Wer den Neubau betrat, der hatte die Qual der Wahl, sich für eins der vielen verschiedenen Angebote zu entscheiden. Neben den Infoständen vom Petitionsdienst, dem Sächsischen Ausländerbeauftragten, der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Datenschutz- und Transparenzbeauftragten gab es zahlreiche andere Stationen. So konnten Besucherinnen und Besucher den Landtag entweder in einem 360 Grad Rundgang auch auf der VR-Brille erleben oder bei einer speziellen Altbauführung selbst den sonst nicht öffentlichen Teil des Gebäudes erkunden. Dabei war es auch möglich, einen Blick in ein Abgeordnetenbüro und das Arbeitszimmer des Präsidenten zu werfen. Wer sein Wissen testen wollte, konnte an einem analogen Quiz oder auch digital an der Wissensrallye teilnehmen. Mithilfe einer Fotobox war es möglich, ein Bild zu machen, auf welchem man selbst im Plenarsaal sitzt. Am Publikationsstand gab es alles Wichtige rund um den Sächsischen Landtag. Auch die neue Ausstellung "35 Momente aus 35 Jahren" im Bürgerfoyer war bereits für alle zugänglich.
Nach längerer Zeit öffnete auch das Restaurant Chiaveri auf der Dachterrasse des Sächsischen Landtags wieder für Besucher. Wer wollte, konnte sich hier mit einem herrlichen Ausblick etwas stärken und anschließend die durchaus anstrengenden und begeisternden Mitmachangebote der Verkehrswacht auf dem Landtagsvorplatz ausprobieren.
Das Programm im Plenarsaal abseits der Diskussionsrunden wurde dieses Jahr von Chemnitz 2025 gestaltet. Verschiedene Tanzgruppen gestalteten den Plenarsaal in einen Tanzsaal um und boten den Zuschauerinnen und Zuschauern abwechslungsreiche Unterhaltung in dem sonst so politischen Saal.