05.01.2026
Traditionell startet der Sächsische Landtag mit dem Neujahrsempfang des Landtagspräsidenten ins neue Jahr. So begrüßte Alexander Dierks am 5. Januar die Abgeordneten und weitere 300 Gäste herzlich im Parlament. In seiner Neujahrsrede rief der Landtagspräsident zu Zuversicht und Durchhaltevermögen auf. Im Anschluss überbrachten die Sternsinger der Pfarrei St. Elisabeth aus Dresden den Segen der Weihnacht. Gleichzeitig sammelten sie Spenden für den guten Zweck. Dieses Jahr steht dabei die Bekämpfung von Kinderarbeit in Bangladesch im Fokus.
Landtagspräsident Alexander Dierks hat in seiner Neujahrsrede Optimismus von Regierungsmitgliedern, Abgeordneten und den knapp 300 Gästen gefordert. „Ich bin der festen Überzeugung, dass Zukunft ohne Zuversicht sinnlos ist“, so der Landtagspräsident und weiter: „Ich möchte eine gewagte These aufstellen: 2026 wird ein gutes Jahr werden."
Deutschland und Sachsen stünden vor großen Herausforderungen. Dierks nannte etwa die Veränderungen geopolitischer Gewichte und wirtschaftlicher Stärkeverhältnisse sowie den demografischen Wandel. „Gerade in dieser Zeit erwarte ich, dass es uns gelingt, diese einmalige Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland und des vereinten Europas kraftvoll miteinander zu verteidigen."
In einer Zeit, in der zum ersten Mal seit 35 Jahren wieder die Frage zwischen Demokratie und Freiheit auf der einen und Autokratie auf der anderen Seite gestellt wird, müssten sich Deutschland und auch Sachsen auf die eigene Stärke besinnen und sich für Demokratie und Freiheit entscheiden. Dafür sind aus Dierks´ Sicht umfassende Reformen nötig.
Mit Blick auf die anwesenden Abgeordneten, Vertreter der Staatsregierung, der Kommunen und verschiedener gesellschaftlicher Gruppen sagte der Landtagspräsident: „In uns wohnt die Kraft, diese Reformen gemeinsam möglich zu machen. […] Wir alle wissen, dass sich dieses Gemeinwesen im positiven Sinne wieder einmal neu erfinden muss. Dafür braucht es Zuversicht und Durchhaltevermögen. Die eine große Reform, die alles löst und die niemand spürt, die gibt es nicht. Es geht darum, die Lasten fair zu verteilen und ein positives Zukunftsbild zu zeichnen – nur dann wird es auch gelingen, Menschen auf diesem Weg mitzunehmen."
Im zweiten Teil seiner Rede rief der Landtagspräsident zu mehr Zuversicht auf und forderte Vertrauen in die eigenen sowie gesellschaftlichen Fähigkeiten."Wir sollten diese Kraft entfalten; uns mit Wohlwollen begegnen, dem anderen trotz unterschiedlicher Positionen nicht den guten Willen absprechen, etwas Gutes für dieses Land erreichen zu wollen; nicht so sehr über das reden, was am Ende ohnehin nichts wird, sondern auch einfache Erfolge organisieren. Und dabei wissen, dass Politik die Kunst des Möglichen ist." so der Landtagspräsident. Unter diesen Bedingungen würde es gelingen, 2026 zu einem guten Jahr zu machen.
Als besondere Herausforderung nannte Dierks den bevorstehenden Doppelhaushalt für 2027/2028, der voraussichtlich unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen aufgestellt werde müsse. „Der Blick ins Jahr 2025 aber kann uns die Zuversicht geben, dass unser demokratisches System, unser Sächsischer Landtag, in der Lage ist, mit neuen Situationen umzugehen.“ Er verwies dabei auf die erfolgreiche Wahl des Ministerpräsidenten und die Verabschiedung des jüngsten Doppelhaushalts für die Jahre 2025/2026.
Danach erinnerte der Landtagspräsident: „Das, was in der Rückschau einfach aussieht, als großer Masterplan, der wie ein Messer durch warme Butter gegangen ist, war in der Zeit, in der es gemacht wurde, ganz oft harte und schnöde Kernerarbeit und ist das Ergebnis von Durchhaltevermögen." Genau dieses Durchhaltevermögen brauche es auch jetzt. Abschließend rief er den "Pioniergeist" und den Aufbau des Freistaates Sachsen vor 35 Jahren in Erinnerung. Die damalige Zuversicht, so der Landtagspräsident, müsse man nun zurückgewinnen. Alexander Dierks schloss seine Rede mit den Worten: „Das Beste kommt noch, dieses Land hat seine besten Zeiten nicht hinter sich.“
Die Sternsinger der Pfarrei St. Elisabeth aus Dresden überbrachten zum Abschluss der Veranstaltung den Weihnachtssegen und sammelten Spenden von den Anwesenden ein. Die Spenden sind in diesem Jahr für die Aktion "Schule statt Fabrik - Sternsingen gegen Kinderarbeit" bestimmt. Die Kinder trugen feierlich einige Lieder vor, zu denen jeder angehalten war, mitzusingen. Abgeordnete und Mitarbeiter, die den Wunsch geäußert hatten, konnten den Sternsingern anschließend noch bei der Segnung der eigenen Bürotür zuschauen.