Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Datum 27.01.2023 bis 27.01.2023

OB Schulze, MP Kretschmer und LP Rößler vor den Kränzen am Mahnmal

Am Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz haben Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler, Ministerpräsident Michael Kretschmer und der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze mit einer Kranzniederlegung an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Das gemeinsame Gedenken fand in diesem Jahr in Chemnitz am Mahnmal im Park der Opfer des Faschismus statt. Daran nahmen neben Abgeordneten aller Fraktionen des Sächsischen Landtags auch Mitglieder des Bundestages sowie Vertreterinnen und Vertreter der Jüdischen Gemeinde, der Stadtratsfraktionen sowie zahlreiche Schülerinnen und Schüler teil.

Kranzniederlegung im Park der Opfer des Faschismus in Chemnitz

„Der heutige Gedenktag konfrontiert uns mit dem dunkelsten Kapitel unserer Geschichte. Er lässt uns in den Abgrund des Bösen blicken: Der Geringschätzung menschlichen Lebens und seiner millionenfachen willkürlichen Vernichtung“, sagte Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler in seiner Rede.

 Rößler würdigte, dass nach dem Zivilisationsbruch des Holocaust das jüdische Leben in Sachsen seit längerem neu aufblühe. „Ein vielfältiges Gemeindeleben und zahlreiche Veranstaltungen sind dafür sichtbare Zeichen – ebenso die neu entstandenen und neu geweihten Synagogen. Jüdinnen und Juden bereichern mit ihrem Glauben und ihren Traditionen unsere Gesellschaft. Sie dürfen wissen, dass unser Rechtsstaat, in dem wir heute gemeinsam leben, eine wehrhafte und starke Demokratie ist.“

 Die Zunahme judenfeindlicher Straftaten verurteilte Rößler scharf. „Leider ist die üble Wurzel des Antisemitismus nicht eingegangen. Daran dürfen wir uns nie gewöhnen. Jüdinnen und Juden müssen bei uns in Sachsen sicher sein.“

Besuch des Georgius-Agricola-Gymnasiums Chemnitz

Im Anschluss besuchten Sven Schulze, Dr. Matthias Rößler und Michael Kretschmer das Georgius-Agricola-Gymnasium. Die Schülerinnen und Schüler stellte den Politikern ihre Projekte „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage – Demokratie leben“, „Stolperstein Familie Lachmann“ und „Stefan Heym Kunstprojekt“ vor und es blieb Zeit für ein kurzes Gespräch.

Hintergrund: Holocaust-Gedenktag am 27. Januar

Seit Kriegsende wird in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedacht. Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Einer Initiative des früheren Bundespräsidenten Roman Herzog folgend, gilt in der Bundesrepublik Deutschland seit 1996 der 27. Januar als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.