Feierstunde "100 Jahre Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden" 2026

Datum 16.09.2026

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Renate Aris, hier mit Parlamentspräsident Alexander Dierks, wird zum Jubiläum im Parlament sprechen. (Archivbild)

Mit einer gemeinsamen Feierstunde im Plenarsaal würdigen der Sächsische Landtag und der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden am 16. September 2026 das 100-jährige Bestehen des Landesverbands. Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden vertritt die Interessen der jüdischen Gemeinschaft im Freistaat Sachsen. Im Mittelpunkt der Feierstunde stehen die Reden von Jüdinnen aus zwei Generationen: Renate Aris als 1935 in Dresden geborene Zeitzeugin sowie Katrin Ikhilman, Jahrgang 2000, aus Leipzig als Vertreterin der jungen Generation.

Jüdinnen aus zwei Generationen sprechen im Parlament

Nach einer Begrüßungsansprache von Landtagspräsident Alexander Dierks ergreift Ekaterina Kulakova, die Vorsitzende des Landesverbands Sachsen der Jüdischen Gemeinden, das Wort. Anschließend werden mit Renate Aris als 1935 in Dresden geborene Zeitzeugin sowie  Katrin Ikhilman, Jahrgang 2000, aus Leipzig als Vertreterin der jungen Generation zwei Jüdinnen sprechen.

Die musikalisch von der Chemnitzer Yankele Kapelle und dem Leipziger Blockflötisten Menashe Lukin umrahmte Feierstunde endet mit einem Gebet des Landesrabbiners Zsolt Balla für das Volk Israel und Deutschland sowie einem Schlusswort des Landtagspräsidenten.

Die Feierstunde begehen das Parlament und der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden gemeinsam mit Landtagsabgeordneten, Vertretern der jüdischen Gemeinden, Vertretern des gesellschaftlichen Lebens und geladenen Gästen.  

Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden widmet sich insbesondere:

  • den sozialen, kulturellen und religiösen Belangen seiner Mitglieder;
  • dem Dialog zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Sachsen;
  • der Integration jüdischer Zuwanderinnen und Zuwanderer;
  • der jüdischen Jugend in Sachsen, unter anderem durch Gewährleistung des jüdischen Religionsunterrichts;
  • der Erinnerung an die Schoa sowie
  • der Bekämpfung von Antisemitismus und anderer gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Extremismus.

Hintergrund zum Jahrestag:

Die einheitliche jüdische Interessenvertretung im Freistaat Sachsen blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Am 13. September 1926 wurde die Vorgängerorganisation Sächsisch Israelitischer Gemeindeverband als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt – ein wichtiger Meilenstein für Jüdinnen und Juden auf dem Weg zur Gleichberechtigung. Bis zur Machtübergabe an die Nationalsozialisten stieg die Zahl der in Sachsen lebenden Jüdinnen und Juden auf 20.500 an. Nach 1933 waren von der Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung auch die jüdischen Organisationen betroffen. Nur wenige Überlebende des Holocausts kehrten nach Sachsen zurück oder wurden hier befreit. Im geteilten Deutschland waren die Gemeinden im Osten im Verband der Jüdischen Gemeinden in der DDR organisiert. Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden entstand in seiner heutigen Verfassung nach der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung. Er ist die Dachorganisation für die drei jüdischen Einheitsgemeinden in Dresden, Leipzig und Chemnitz. Außerdem ist der Chabad Lubawitsch Sachsen e. V. Kooperationspartner des Landesverbandes. Die Gemeinden haben aktuell rund 2.300 Mitglieder.