"35 Momente aus 35 Jahren"

Datum 27.10.2025

New York Grand Central Terminal

Am 27. Oktober 2025 jährte sich die konstituierende Sitzung des ersten frei gewählten Sächsischen Landtags zum 35. Mal. Aus diesem Anlass entstand eine Ausstellung zur jüngsten Geschichte des Sächsischen Landtags. Neben bedeutenden historischen Momenten gewährt sie Blicke hinter die Kulissen des Sächsischen Landtags und auf ihn prägende Ereignisse. Wir nehmen Sie mit auf eine digitale Reise durch 35 besondere Momente Parlament in 35 Jahren.

Hier können Sie einen Blick auf die Festveranstaltung zu "35 Jahren Sächsischer Landtag" werfen:

Das Parlament der Sachsen - 35 Momente aus 35 Jahren

Am 27. Oktober 1990 kam nach Jahrzehnten der Diktatur erstmals wieder ein Sächsischer Landtag zusammen. Es war, so der damalige Landtagspräsident Erich Iltgen, die »Stunde des Neubeginns parlamentarischer Demokratie« in Sachsen. Nach der Friedlichen Revolution 1989 und der Wiedergründung des Freistaates Sachsen am 3. Oktober 1990 hatten die Sächsinnen und Sachsen in freien Wahlen ihre Volksvertretung bestimmt. Inzwischen arbeitet der Sächsische Landtag in seiner 8. Legislaturperiode. Wie keine andere demokratische Institution in Sachsen steht er für 35 Jahre politische Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger. Er steht für 35 Jahre Gesetzgebung, 35 Jahre Regierungskontrolle, 35 Jahre politische Debatten, 35 Jahre Wahlen zu den höchsten Staatsämtern. Ein Parlament wie der Sächsische Landtag verkörpert als Ort der Demokratie aber noch viel mehr. Es steht für politische Repräsentation im In- und Ausland, für öffentliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Wettbewerbe. Hier finden Preisverleihungen genauso statt wie die Ehrung verdienter Bürgerinnen und Bürger. Kurzum: Ein Parlament wie dieser Landtag ist die Herzkammer der Demokratie in einer freien Gesellschaft. Die 35 ausgewählten Bilder, und noch einige mehr, bieten Ihnen einen spannenden Einblick in die jüngere Geschichte des Sächsischen Landtags. Entdecken Sie die vielfältigen Seiten des Parlaments der Sachsen.

1. Wahlperiode 1990-1994

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Wie alles begann - 27. Oktober 1990 | Hoher Besuch - 13. Februar 1991

Wie alles begann

Erste Landtagssitzung nach Wiedergründung des Freistaates Sachsen

Am 27. Oktober 1990 versammelten sich erstmals wieder frei gewählte Abgeordnete im Freistaat Sachsen. Am Tage der feierlichen Konstituierung des Landtags saßen sie Stuhl an Stuhl, Reihe an Reihe im Saal der  reikönigskirche in Dresden. Die Dreikönigskirche steht daher heute als Symbol für den Beginn einer neuen  rdnung in Sachsen. Keine Festreden prägten das erste Plenum. Es war eine lebendige Arbeitssitzung, sinnbildlich für die kommende politische Aufbauarbeit. Die Abgeordneten wählten Erich Iltgen (CDU) zum Landtagspräsidenten sowie Prof. Dr. Kurt Biedenkopf (CDU) zum Ministerpräsidenten einer CDU-Alleinregierung.

Hoher Besuch

Antrittsbesuch des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker

Antrittsbesuche von Amtsinhabern bei Landesparlamenten sind in Deutschland gute Tradition. Das betrifft vor allem die Spitzen der bundesdeutschen Verfassungsorgane. 1991 traf Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker den Präsidenten des Sächsischen Landtags, Erich Iltgen, im Haus der Kirche, dem damaligen Tagungsort des Landtags. Mit Ausnahme von Johannes Rau besuchten alle Amtsnachfolger Weizsäckers den Sächsischen Landtag: Prof. Dr. Roman Herzog (1994), Prof. Dr. Horst Köhler (2004), Christian Wulff (2010), Joachim Gauck (2013) und zuletzt Dr. Frank-Walter Steinmeier (2017).

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In Guter Verfassung - 27. Mai 1992 | Arbeit, Arbeit, Arbeit - 8. Mai 1993 | Das Neue Haus - 12. Februar 1994

In Guter Verfassung

Verabschiedung der Sächsischen Verfassung

Verfassung in den fünf ostdeutschen Bundesländern – war unmittelbare Folge der Wiedergründung Sachsens. Erfahrungen verschiedener Gesprächs- und Arbeits­kreise der Friedlichen Revolution 1989/90 fanden Eingang in den Entstehungsprozess. Die Verfassung war ferner das Resultat einer intensiven Arbeit des Verfassungs- und Rechtsausschusses. Der Landtag als verfassungsgebende Versammlung beschloss sie am 26. Mai 1992 mit überwältigender Mehrheit. Einen Tag später unterzeichneten Landtagspräsident Erich Iltgen und Ministerpräsident Prof. Dr. Kurt Biedenkopf das Verfassungswerk.

Arbeit, Arbeit, Arbeit

Innenausschuss bringt Gesetz zur 1. Kreisgebietsreform auf den Weg

Durch den grundlegenden Neuaufbau des Freistaates Sachsen war besonders die Arbeitsbelastung des Innenausschusses des 1. Sächsischen Landtags hoch. Von der Landeseinteilung, der Organisation der Landesverwaltung, der öffentlichen Ordnung über das Kommunalwesen, den Bau und Denkmalschutz bis hin zu den Feuerwehren und Rettungsdiensten – alles musste neu geordnet und normiert werden. Besonders bedeutsam war das Kreisgebietsreform­gesetz, das vom Innenausschuss am 8. Mai auf den Weg gebracht und vom Landtag am 25. Mai 1993 nach zehnstündiger kontroverser Debatte mehrheitlich angenommen wurde.

Das Neue Haus

Offizielle Eröffnung des Landtagsneubaus

Zu einem großen Tag für das Parlament wurde der 12. Februar 1994, an dem der Neubau des Sächsi­schen Landtags feierlich eingeweiht und die Pforten des Hohen Hauses für die Bevölkerung geöffnet wurden. Stellvertretend für die Parlamentarier nahm Landtagspräsident Erich Iltgen den Goldenen Schlüssel aus den Händen von Finanzminister Prof. Dr. Georg Milbradt entgegen. Mit der Schlüsselübergabe war nach nicht einmal drei Jahren Planungs- und Bauzeit der erste Landtagsneubau in den ostdeutschen Ländern abgeschlossen. Die Baukosten für das vom Architekten Peter Kulka entworfene Gebäude beliefen sich auf 117 Millionen DM.

2. Wahlperiode 1994-1999

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Ein guter Gastgeber - 2. November 1995 | Freunde in Mitteleuropa - 3. Juni 1996

Ein guter Gastgeber

Landtagspräsidentenkonferenz in Dresden

Erstmals nach der deutschen Einheit trafen sich die Präsidentinnen und Präsidenten der deutschen Landesparlamente zu einer Konferenz in den ostdeutschen Bundesländern. Auf der Tagesordnung der Arbeitssitzung im Dresdner Hotel Kempinski standen u. a. Fragen der Abgeordnetenentschädigung. Das Gremium koordiniert die Interessen der Landesparlamente. Die Präsidentinnen und Präsidenten tagen regelmäßig unter jährlich wechselnder Federführung und erörtern aktuelle Herausforderungen der Landtage. In Dresden waren die Parlamentarier zuletzt im Jahr 2012 zu Gast.

Freunde in Mitteleuropa 

Sächsische Parlamentarierdelegation in Niederösterreich

Auf Einladung des Präsidenten des Niederösterreichischen Landtags besuchte eine sächsische Parlamentarierdelegation vom 3. bis 5. Juni 1996 Niederösterreich. Es war bereits die dritte Begegnung von Parlamentariern beider Landtage. 1992 von Landtagspräsident Erich Iltgen und seinem Amtskollegen Franz Romeder ins Leben gerufen, intensivierte Parlamentspräsident Dr. Matthias Rößler die Partnerschaft ab 2012. Wechselseitige Besuche im Zweijahresrhythmus und zahlreiche Kontakte auf politischer wie gesellschaftlicher Ebene prägen seither die Beziehungen zwischen Sachsen und Niederösterreich.

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Ehre, wem Ehre gebührt - 26. Mai 1997 | "Königsrecht" des Parlaments - 10. Dezember 1998

Ehre, wem Ehre gebührt

Sächsische Verfassungsmedaille erstmals verliehen

Fünf Jahre nach der Verabschiedung der Sächsischen Verfassung stiftete der damalige Landtagspräsident Erich Iltgen zur Erinnerung an die Friedliche Revolution die Sächsische Verfassungsmedaille. Seitdem verleiht der Präsident des Sächsischen Landtags die Auszeichnung jährlich an Bürgerinnen und Bürger, die sich in besonderer Weise um die freiheitlich-demokratische Entwicklung des Freistaates Sachsen verdient gemacht haben. Die Verfassungsmedaille ist aus Silber. Bis einschließlich 2025 wurden mit ihr 204 Frauen und Männer ausgezeichnet.

"Königsrecht" des Parlaments 

Erster Doppelhaushalt verabschiedet

Die Abgeordneten des Landtags beschließen den Landeshaushalt, der die Einnahmen und Ausgaben des Freistaates Sachsen festlegt. Es obliegt allein dem Parlament, das Budget zu verabschieden und so der Staatsregierung finanzielle Mittel einzuräumen. Deshalb bezeichnet man das Budgetrecht als »Königsrecht« des Parlaments. Bis 1998 geschah dies in Form von Jahreshaushalten. Am 10. Dezember 1998 erfolgte erstmals die Feststellung eines Doppelhaushalts für die Jahre 1999 und 2000. Dieser Landeshaushalt hatte ein geplantes Gesamtvolumen von 62,06 Milliarden DM. Als Kreditaufnahme wurden 1,64 Milliarden DM angesetzt.

3. Wahlperiode 1999-2004

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"König Kurt" III - 13. Oktober 1999 | Denkmal für die Freiheit - 17. April 2000

"König Kurt" III

Prof. Dr. Kurt Biedenkopf zum dritten Mal zum Ministerpräsidenten gewählt

Am 13. Oktober 1999 eröffnete Prof. Dr. Cornelius Weiss (SPD) als Alterspräsident die erste Sitzung des 3. Sächsischen Landtags. Zuvor hatten die sächsischen Wählerinnen und Wähler entschieden und der CDU eine nahezu historische absolute Mehrheit im Landtag beschert. Entsprechend zügig erfolgte die Regierungsbildung. Prof. Dr. Kurt Biedenkopf (CDU) wurde mit 75 von 119 Stimmen erneut zum Ministerpräsidenten gewählt. Auch Erich Iltgen (CDU) wählten die Abgeordneten wieder zum Präsidenten des Landtags.Denkmal für die Freiheit

Denkmal für die Freiheit

Bronzeplastik »Nike ’89« auf dem Landtagsvorplatz

Auf dem neuentstandenen Bernhard-von-Lindenau-Platz vor dem Sächsischen Landtag wurde am 17. April 2000 die Plastik »NIKE ‘89« von Prof. Wieland Förster aufgestellt. Die Bronzeskulptur, die der Bildhauer den historischen Tagen der Friedlichen Revolution 1989 gewidmet hatte, wurde mit einstimmigem Beschluss von einer Kunstkommission ausgewählt. Die Figur ist eine Metapher, ein Zeichen der Hoffnung. Försters »NIKE« ist bewusst nicht als triumphierende, unversehrte Siegesgöttin dargestellt, sondern von Leiden und Widerstand gezeichnet. Sie symbolisiert, dass es Siege ohne Opfer nicht gibt.

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Historische Mauern - 24. August 2001 | Land unter - 27. August 2002 | Kunst und Katastrophe - 17. März 2003

Historische Mauern

Einweihung des sanierten Sächsischen Ständehauses

Auf der Fläche des einstigen Palais Brühl am Schlossplatz entstand von 1901 bis 1907 das Sächsische Ständehaus. Es diente als Sitz des Landtags von 1907 bis 1933. Im Jahr 2001 waren die 68 Millionen DM teuren Rekonstruierungsarbeiten beendet. Das Ständehaus ist heute Sitz des Landesamts für Denkmalpflege und des Oberlandesgerichts Dresden. Eine bewusste historische Reminiszenz bilden die Repräsentationsräume des Landtagspräsidenten im zweiten Obergeschoss. Sie dienen dem Landtag als herausgehobener Veranstaltungsort. Zudem empfängt hier der Landtagspräsident die Botschafterinnen und Botschafter zu ihren Antrittsbesuchen.

Land unter 

Hochwasser überflutet Landtag

Seine bislang schwerste Bewährungsprobe erfuhr das Landtagsgebäude im August 2002, als auch Sachsen von der mitteleuropäischen Hochwasserkatastrophe heimgesucht wurde. Die Lage des Landtags im ehemaligen Mündungsbereich der Weißeritz sowie im Hochwasserbereich der Elbe erwies sich als verhängnisvoll. Die Weißeritz überflutete mehrere Dresdner Stadtteile, darunter die historische Altstadt. In Verbindung mit einem Rekord-Elbpegel von 9,40 m standen schließlich am 17. August 2002 das Kellergeschoss, die Tiefgarage, der Innenhof sowie der Vorplatz des Landtags unter Wasser. Der Plenarsaal blieb verschont.

Kunst und Katastrophe 

Ausstellung »Sachsens Kinder – so erlebten wir die Flut« im Landtag

»So eine junge Gesellschaft habe ich hier im Landtag noch nie empfangen dürfen«, eröffnete der Präsident des Sächsischen Landtags, Erich Iltgen, die Ausstellung »Sachsens Kinder – so erlebten wir die Flut« im Sächsischen Landtag. 60 Bilder von Kindern im Alter zwischen 5 und 12 Jahren aus Sachsen zeigten viele Schlauchboote, Helikopter, Soldaten, Tiere auf der Flucht und Menschen bei der Arbeit. Im Sächsischen Landtag gab es über die Jahre hinweg unzählige Ausstellungen zu ganz verschiedenen Themen. Heute informiert im Bürgerfoyer die Dauerausstellung »Das Parlament der Sachsen« die Besucherinnen und Besucher über den Landtag.

4. Wahlperiode 2004-2009

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Keine Liebesheirat - 10. November 2004 | Wolf im Wolfspelz - 20. Januar 2005

Keine Liebesheirat

Prof. Dr. Georg Milbradt als Ministerpräsident wiedergewählt und Bildung der ersten Koalitionsregierung

Das Jahr 2004 brachte dem Freistaat Sachsen eine politische Zäsur. Mit der Landtagswahl zogen sechs Parteien ins Parlament ein. Die CDU verlor ihre absolute Mehrheit und musste – ein Novum in Sachsen – eine Koalitionsregierung mit der SPD unter Thomas Jurk bilden. Prof. Dr. Georg Milbradt (CDU), der 2002 die Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger übernommen hatte, wurde vom Landtag erneut zum Ministerpräsidenten gewählt. Erich Iltgen (CDU) hatten die Abgeordneten bereits vorher im Amt des Landtagspräsidenten bestätigt.

Wolf im Wolfspelz

NPD-Eklat im Landtag

In der 4. Legislaturperiode zog die NPD mit 9,2 Prozent der Wählerstimmen in den Sächsischen Landtag ein. Ihre Abgeordneten machten von der ersten Minute an aus ihrer rechtsextremistischen Gesinnung kein Hehl, diskreditierten die demokratische Ordnung und provozierten mit revanchistischen Äußerungen. Zu Beginn der Sitzung am 20. Januar 2005, als der Landtagspräsident zum Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft um einen Moment des Schweigens bat, verließen die Abgeordneten der NPD den Saal – ein Zeichen der Missachtung gegenüber dem Parlament und der historischen Verantwortung Deutschlands.

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Nie wieder! - 17. Mai 2006 | Die dritte Gewalt - 14. März 2007 | Turbulente Zeiten - 28. Mai 2008

Nie wieder!

Delegationsreise nach Auschwitz-Birkenau

Eine hochrangige Delegation des Sächsischen Landtags besuchte am 17. Mai 2006 die Gedenkstätte Auschwitz Birkenau und gedachte der Opfer des Nationalsozialismus. Die 40 Abgeordneten besichtigten bei einer Führung die beiden ehemaligen Teillager Auschwitz und Birkenau und legten anschließend in stiller Erinnerung an dieOpfer ein Gebinde sowie Blumen nieder. Der Landesrabbiner der Jüdischen Gemeinde in Sachsen, Dr. Salomon Almekias-Siegl, begleitete die Delegation und sprach am Internationalen Denkmal ein Totengebet.

Die dritte Gewalt

Landtag wählt Birgit Munz zur Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs

Der 4. Sächsische Landtag wählte am 14. März 2007 Birgit Munz mit 89 Stimmen zur neuen Präsidentin des Sächsischen Verfassungsgerichtshofs. Sie war die erste Frau in diesem Amt und folgte auf Klaus Budewig, der in den Ruhestand verabschiedet wurde. Für die Wahl der Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs ist eine Mehrheit von zwei Dritteln aller Mitglieder des Sächsischen Landtags nötig. Die Verfassungsrichter werden vom Landtag auf die Dauer von neun Jahren in ihr Amt gewählt und vom Landtagspräsidenten vereidigt.

Turbulente Zeiten

Wechsel im Amt des Ministerpräsidenten nach Landesbankdesaster

Zu Beginn der 107. Sitzung des 4. Sächsischen Landtags wurde Stanislaw Tillich (CDU) zum neuen Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen gewählt. Er trat damit die Nachfolge von Prof. Dr. Georg Milbradt an. Dem Wechsel im Amt vorausgegangen war der Notverkauf der Sächsischen Landesbank im Jahr 2007. Sie war im Zuge der amerikanischen Hypothekenmarktkrise und wegen eigener Fehler in existenzielle Schwierigkeiten geraten. In der Folge trat zunächst Finanzminister Dr. Horst Metz (CDU) zurück und schließlich Anfang 2008 auch der Ministerpräsident.

5. Wahlperiode 2009-2014

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Staffelstab weitergereicht - 29. September 2009 | Aus Gegenwart wird Geschichte - 27. Oktober 2010

Staffelstab weitergereicht 

Wechsel im Amt des Landtagspräsidenten

Mit der konstituierenden Sitzung des 5. Sächsischen Landtags fand an dessen Spitze ein Wechsel statt. Der langjährige Landtagspräsident Erich Iltgen schied aus dem Parlament wie auch aus dem Amt aus. Er prägte für 19 Jahre den demokratischen Diskurs im Landtag und auch außerhalb. Sein Nachfolger wurde Dr. Matthias Rößler (CDU), ebenfalls seit 1990 Mitglied des Sächsischen Landtags.

Aus Gegenwart wird Geschichte 

20 Jahre Sächsischer Landtag

Die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum des Parlaments begannen mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kreuzkirche. Anschließend gingen die Abgeordneten und Gäste zu Fuß – in Anlehnung an den Ablauf vor der konstituierenden Sitzung 1990 – zur Dreikönigskirche (Haus der Kirche). Hier enthüllten Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler und sein Amtsvorgänger Erich Iltgen eine am Eingang des Gotteshauses angebrachte Bronzetafel. Sie ruft allen Passanten und Besuchern des Gebäudes ins Gedächtnis, dass hier ein Stück Parlamentsgeschichte geschrieben wurde.

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Licht ins Dunkel - 23. März 2011 | Sachsenfest im Wandel der Zeit - 7. September 2012 | In besserer Verfassung - 11. Juli 2013

Licht ins Dunkel

Schriftsteller Lutz Rathenow neuer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen

Zum neuen »Sächsischen Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR« wählte der Landtag am 23. März 2011 den Schriftsteller und einstigen DDR-Oppositionellen Lutz Rathenow. Die an den Landtag angebundene Behörde gibt es seit 1992. Sie setzt sich seitdem für eine Aufarbeitung der SED-Diktatur ein. Sie informiert die Öffentlichkeit über das Wirken von Staatssicherheit und SED, berät Opfer politischer Verfolgung und unterstützt Forschungseinrichtungen sowie Bildungsträger. Seit 2021 ist Dr. Nancy Aris die »Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur«.

Sachsenfest im Wandel der Zeit

20 Jahre »Tag der Sachsen«

Der erste »Tag der Sachsen« fand 1992 in Freiberg statt. Etwa 250 000 Festgäste aus Sachsen und den umliegenden Ländern kamen damals in die Stadt. 20 Jahre später richtete die Bergstadt erneut das größte Volksfest der Vereine und Verbände im Freistaat Sachsen aus. Immer mit dabei war der Sächsische Landtag mit einem Präsentationszelt. Mittlerweile hat der Freistaat 30 Mal den »Tag der Sachsen« erlebt, zuletzt 2025 in Sebnitz.

In besserer Verfassung

Erste und bisher einzige Änderung der Sächsischen Verfassung

Mit der Aufnahme eines Neuverschuldungsverbots änderte der Landtag erstmals die Sächsische Verfassung. Die Anhörung des Entwurfs einen Monat zuvor musste aufgrund des Elbehochwassers in der Dreikönigskirche stattfinden – dort, wo 1992 die Verfassung verabschiedet worden war. Ein wenig wehte am 11. Juli 2013 der »Hauch der Geschichte« durch den Plenarsaal des Landtags, als dessen Präsident nach dreieinhalb Stunden intensiver Debatte das Ergebnis der Abstimmung bekanntgab: Mit 102 Ja-Stimmen wurde die für eine Verfassungsänderung notwendige Mehrheit von zwei Dritteln der Mitglieder des Landtags deutlich übertroffen.

6. Wahlperiode 2014-2019

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Die Opposition untersucht - 10. Juli 2014 | Willkommen, ihr neuen Sachsen! - 13. Juni 2015

Die Opposition untersucht

Bericht des Untersuchungsausschusses »Kriminelle und korruptive Netzwerke in Sachsen« vorgelegt

Zum Ende der 5. Wahlperiode legten gleich drei Untersuchungsausschüsse ihre Abschlussberichte vor. Der neben dem Untersuchungsausschuss »Neonazistische Terrornetzwerke in Sachsen« wohl öffentlichkeitswirksamste war der von Linkspartei, SPD und Bündnisgrünen initiierte Untersuchungsausschuss »Kriminelle und korruptive Netzwerke in Sachsen« rund um den sogenannten »Sachsen-Sumpf«. Untersuchungsausschüsse sind eine Form der parlamentarischen Kontrolle. Sie werden vom Parlament zur Untersuchung von bestimmten Sachverhalten eingesetzt. Seit 1990 gab es im Sächsischen Landtag 17 Untersuchungsausschüsse.

Willkommen, ihr neuen Sachsen!

Traditionelles Einbürgerungsfest und Wechsel im Amt des Ausländerbeauftragten

Jedes Jahr entscheiden sich Menschen aus dem Ausland, die in Deutschland leben und gewisse Voraussetzungen erfüllen, für die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft. Für die jeweils im Vorjahr neu Eingebürgerten veranstaltet der beim Landtag angesiedelte »Sächsische Ausländerbeauftragte« gemeinsam mit dem Innenministerium seit 2004 ein Einbürgerungsfest. So auch für das Jahr 2014, als im Freistaat Sachsen 1 093 Menschen deutsche Staatsbürger wurden. Der Veranstaltung vorausgegangen war ein Wechsel im Amt des Ausländerbeauftragten. Geert Mackenroth (CDU) wurde am 17. Dezember 2014 vom Landtag gewählt.

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Auf Staatsbesuch - 10. Mai 2016 | Generationenwechsel - 13. Dezember 2017 | Erinnern und Mahnen - 24. Januar 2018

Auf Staatsbesuch 

Besuch des slowenischen Parlamentspräsidenten

Der Präsident der Staatsversammlung der Republik Slowenien, Dr. Milan Brglez, besuchte am 10. Mai 2016 den Sächsischen Landtag. Der hochrangige Gast wurde von Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler im Parlament begrüßt, wo er sich u. a. in das Gästebuch eintrug. Im April hatte bereits der Marschall des Senats der Republik Polen den Landtag besucht. Zu den protokollarischen Bestandteilen solcher Besuche gehören neben einer entsprechenden Beflaggung auch eine Ehreneskorte – hier in Form einer 7er-Krad-Eskorte der sächsischen Polizei.

Generationenwechsel 

Michael Kretschmer zum vierten Ministerpräsidenten gewählt

Zu Beginn der 64. Sitzung des 6. Sächsischen Landtags wurde Michael Kretschmer (CDU) zum vierten Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen gewählt. Er trat damit die Nachfolge von Stanislaw Tillich an. Dieser hatte im Oktober 2017, nur wenige Wochen nach der Bundestagswahl, seinen Rücktritt angekündigt und den langjährigen Generalsekretär der sächsischen Christdemokraten für die Ämter des Regierungschefs und CDU-Parteivorsitzenden im Freistaat vorgeschlagen.

Erinnern und Mahnen 

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Der 27. Januar ist in der Bundesrepublik Deutschland nationaler Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Sächsischer Landtag und Staatsregierung gedenken daher jedes Jahr an diesem Tag der Opfer mit einer gemeinsamen Veranstaltung. 2018 fand das Gedenken nicht im Plenarsaal des Landtags, sondern gemeinsam mit tschechischen Parlaments- und Regierungsmitgliedern im ehemaligen Ghetto und Gestapolager Theresienstadt statt.

7. Wahlperiode 2019-2024

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Baumeister des Parlamentarismus - 21. Juni 2019 | Abstand halten! - 9. April 2020

Baumeister des Parlamentarismus 

Trauerstaatsakt im Sächsischen Landtag

Die Fahnen vor dem Landtagsgebäude wehten auf Halbmast, als Angehörige, Politiker und Weggefährten am 21. Juni 2019 Erich Iltgen die letzte Ehre erwiesen. Der Landtag gedachte in einem bewegenden Trauerstaatsakt, es war der erste im Freistaat Sachsen, seines langjährigen Präsidenten. Erich Iltgen war am 9. Juni im Alter von 78 Jahren gestorben. Er stand fast zwei Jahrzehnte an der Spitze des Hohen Hauses.

Abstand halten!

Landtag beschließt aufgrund der Corona-Pandemie außergewöhnliche Notsituation

In einer historischen Sondersitzung stellte der Sächsische Landtag aufgrund der Corona-Pandemie einstimmig eine »außergewöhnliche Notsituation« fest, bewilligte einen Nachtragshaushalt und befähigte die Staatsregierung zur Aufnahme von Krediten in Milliardenhöhe. Die COVID-19-Pandemie stellte 2020 auch im Freistaat Sachsen Politik und Gesellschaft vor eine ungekannte Situation. Der Landtag musste arbeitsfähig bleiben und rasch Entscheidungen treffen. Daher versammelten sich am 9. April 2020 die Abgeordneten mit den gebotenen Hygieneabständen im Congress Center Dresden.

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Aktuell, bunt, wichtig - 1. März 2021 | Europäische Realitäten - 13. Mai 2022 | Das Werk vollenden - 28. Juni 2023

Aktuell, bunt, wichtig

30 Jahre Landtagskurier

Die sächsische Parlamentszeitschrift »Landtagskurier« erblickte im März 1991 das Licht der Welt. Seither liefert sie durchgehend Informationen über das Geschehen im Sächsischen Landtag und darüber hinaus. Plenarberichte, Interviews, Rückblicke, Reportagen, Hintergründe und Analysen – der Landtagskurier bietet spannende Einblicke in die Parlamentsarbeit. Im Jahr 2021 ließ ein Sonderheft die bis dahin 232 Ausgaben Revue passieren. Der Landtagskurier kann (gedruckt oder digital) kostenfrei abonniert werden.

Europäische Realitäten

Internationale Konferenz des Forums Mitteleuropa in Vilnius

Nur wenige Wochen nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine fand in der litauischen Hauptstadt Vilnius im historischen Seimas-Gebäude die bereits 11. Ausgabe des Forums Mitteleuropa beim Sächsischen Landtag statt. Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler hatte das internationale Konferenzformat 2011 ins Leben gerufen. Am Vorabend der Konferenz legte Marko Schiemann (CDU) in seiner Funktion als Leiter der sächsischen Delegation auf dem Antakalnis-Friedhof einen Kranz nieder. Bereits im Februar 1991 hatte er hier gemeinsam mit einer Delegation des Sächsischen Landtags der kurz zuvor im Unabhängigkeitskampf getöteten Menschen gedacht.

Das Werk vollenden 

Pläne zur Sanierung und Erweiterungdes Landtagsgebäudes präsentiert

Vor über 30 Jahren erhielt der Dresdner Architekt Prof. Peter Kulka den Auftrag zum Neubau des Sächsischen Landtags. Er schuf ein Gebäude, das zum Symbol des demokratischen Neubeginns in Sachsen nach 1990 wurde. Im Jahr 2023 wurde der Neubau des Landtags unter Denkmalschutz gestellt. Zudem beschloss das Präsidium, den Landtagskomplex am Dresdner Elbufer zu sanieren und zu erweitern. Die beiden neuen Gebäude plante ebenfalls das Architektenbüro von Prof. Peter Kulka. Er erläuterte seine Pläne am 28. Juni 2023 in einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Plenarsaal. Am 5. Februar 2024 starb er im Alter von 86 Jahren.

8. Wahlperiode 2024-2029

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Neue Zeiten im Parlament - 1. Oktober 2024

Neue Zeiten im Parlament 

Wechsel im Amt des Landtagspräsidenten und Bildung einer Minderheitsregierung

Das Ergebnis der Landtagswahl am 1. September 2024 wirbelte die Mehrheitsverhältnisse im Sächsischen Landtag durcheinander. Unter Michael Kretschmer (CDU) formten CDU und SPD schließlich die erste Minderheitsregierung seit Wiedergründung des Freistaates Sachsen. Zuvor wählten die Abgeordneten am 1. Oktober 2024 mit übergroßer Mehrheit Alexander Dierks (CDU) zum neuen Landtagspräsidenten.

Redaktion/Gestaltung

Redaktion: Sächsischer Landtag, Dr. Thomas Schubert
Realisierung: Ö GRAFIK, agentur für marketing und design, Dresden