22. Jugendgeschichtstage 2026

Datum 26.11.2026 bis 27.11.2026

Landtagspräsident Alexander Dierks im Gespräch beim Rundgang über den Projektemarkt.

Der deutsche Politiker August Bebel sagte einst: „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten.“. Getreu diesem Motto begab sich eine Vielzahl von Jugendlichen aus ganz Sachsen im Rahmen des Programms „Spurensuche“ der Sächsischen Jugendstiftung in die Vergangenheit ihrer Heimatregion. Dabei sind in den zurückliegenden Monaten 20 vielfältige Projekte entstanden, die auf den Sächsischen Jugendgeschichtstagen vom 26. bis 27. November im Sächsischen Landtag unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsident Alexander Dierks präsentiert werden.

„TACHELES“ in den Jugendgeschichtstagen

Dieses Jahr finden die Jugendgeschichtstage thematisch passend zum Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen – TACHELES statt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der jüdischen Kultur, dem jüdischen Leben in der Vergangenheit sowie Gegenwart und der Antisemitismusprävention. Hierzu gehört auch die Wanderausstellung #LastSeen als Teil der Ausstellungstour „Festgehalten. Verschleppt aus Deutschland 1938-1945“, die Bilder der NS-Deportation zeigt. Sie ist während der Jugendgeschichtstage zu im Sächsischen Landtag sehen.

Spurensuche-Teams 2026

In Brandis forscht eine Jugendgruppe zum Thema „Vergessene Spuren – jüdisches Leben in unserer Stadt Leipzig und im Landkreis Leipzig“. Unterstützt werden sie dabei vom Träger AWO Mulde-Collm e. V. Zentraler Recherchezeitraum ist die Zeit des Nationalsozialismus, aber auch die Zeiträume davor und danach werden betrachtet. Als Ziel haben sich die Jugendlichen gesetzt, die Geschichte konkret vor Ort in Form einer filmischen Dokumentation sowie Ausstellungen bzw. Präsentationen in der Schule und dem öffentlichen Raum sichtbar zu machen. Hierfür kooperieren die Jugendlichen mit lokalen Archiven, Heimatforschern und kommunalen Einrichtungen.

Das Projekt „Auf Spurensuche zur NS-Vergangenheit der Dresdner Altstadt“ untersucht, welche Spuren der Nationalsozialismus bis heute an verschiedenen Orten in der Dresdner Altstadt hinterlassen hat. Hierzu zählen die Sophienkirche, das Ständehaus und auch die Alte Synagoge. Aufgrund der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg existieren einige Orte nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form, weshalb die Erinnerungskultur eine enorme Bedeutung für das Projekt hat. Basierend auf den gewonnenen Informationen entwickeln die Jugendlichen eine Handreichung für Stadtrundgänge. Das Projekt wird gemeinsam mit der Kulturwerkschule Dresden, dem Politischen Jugendring sowie der Christlich-Jüdischen Gesellschaft umgesetzt und von der Bürgerstiftung Dresden / DenkRaum Sophienkirche getragen.

Das Hochwasser von 2002 und 2013 hat bis heute für viele Jugendliche im Muldental eine große Bedeutung. Ihre Familienmitglieder und Bekannten haben oft selbst mitgeholfen oder waren betroffen. Aus diesem Grund beschäftigen sich die Jugendlichen mit den Fragen: „Was können wir aus den Erfahrungen lernen?“ und „Wie können wir besser vorbereitet sein?“. Durch Teilnahme an Workshops, die Archivrecherche und Besichtigungen betroffener Orte entsteht eine Wanderausstellung mit interaktiven Elementen. Kooperationspartner sind die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und die Wasserwacht. Der DRK Kreisverband Muldental e. V. ist Träger des Projekts.

Weitere Projekte:

Ort Projekte
Annaberg-Buchholz
  • Vergessene Formen – Das Handwerk der Massefiguren im Erzgebirge

Träger: Jugend- und Kulturzentrum Alte Brauerei Annaberg e.V.

  • Vergessene Nachbarn – Jugendliche erforschen jüdische Lebensgeschichten in ihrer Region

Träger: Ev.-Luth. Kirchenbezirk Annaberg / Regionalteam Annaberg

Brand-Erbisdorf
  • Jugend erleben im Vorgestern, Gestern und Heute

Träger: JUFZ – Kinderland Sachsen e.V.

Burgstädt
  • Einzelschicksale aus Burgstädt während der NS-Zeit

Träger: Muldentaler Jugendhäuser e.V. / Bereich Streetwork Burgstädt, Taura

Chemnitz
  • Chemnitzer Pionierinnen – eine feministische Spurensuche zwischen Medizin, Mut und magischem Realismus

Träger: Kinder- und Jugendhaus Compact / Kinder-, Jugend- und Familienhilfe e.V

Dresden
  • Die Geschichte des Goehle Werkes und was das mit uns zu tun hat

Träger: Radio-Initiative Dresden e.V. in Kooperation mit Zentralwerk e.V.

 

  • THE GAZE – der koloniale Blick

Träger: aha – anders handeln e.V.

 

  • KunstSpuren Dresden – Stadtgeschichte im Spiegel von Bellotto bis Richter

Träger: Integra Plus e.V.

Falkenstein
  • „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“

Träger: Begegnungszentrum Vitamin B, Stadt Falkenstein

Görlitz
  • 175 Jahre Schienenfahrzeugbau – Arbeitswelten im Wandel

Träger: goerlitz21 e.V.

  • Über 7 Brücken musst du geh’n

Träger: CaTeeDrale e.V.

Königsbrücker Heide / Schönfeld
  • Vom Schießplatz zur Wildnis

Träger: MORAST / JuCo Soziale Arbeit gGmbH

Neukirch
  • „Stein und Zeit – Das alte Rittergut von Neukirch“

Träger: Valtenbergwichtel e.V. / Mobile Jugendarbeit im Bautzener Oberland

Radeberg
  • Radeberg erinnert: Denkmal & Dialog

Träger: Jugendzentrum Radeberg

Rochlitz
  • Wieso, weshalb, warum? – 20 Jahre sexuelle Aufklärung in Rochlitz

Träger: JUGENDladen Rochlitz – Muldentaler Jugendhäuser e.V.

Stollberg
  • Der Klang eines Tages im Frauengefängnis Hoheneck

Träger: Gedenkstätte Hoheneck gGmbH

Zwickau
  • Auf den Spuren des Autos

Träger: Lichthaus Zwickau e.V.

Weitere Informationen zu den SPURENSUCHE Teams 2026 finden Sie auf der Internetsete der Sächsischen Jugendstiftung. 

Sehen Sie es sich selbst an!

Krönender Abschluss der Jugendgeschichtstage ist der Projektemarkt am Freitag, dem 27. November 2026. Die Jugendgruppen präsentieren Abgeordneten und Interessierten die entstandenen Ausstellungen, Dokumenatarfilme, Podcasts und Interviews im Parlament. Auch Landtagspräsident Alexander Dierks wird sich die Projekte anschauen und mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen. Auch Sie können die Forschungsergebnisse der Spurensuche am 27. November 2026 von 11 bis 16 Uhr bestaunen. Tauschen Sie sich mit den Jugendlichen aus, erfahren Sie mehr über ihre Forschungsarbeit und ihre Perspektiven auf die Geschichte Sachsens. Hier können Sie sich anmelden: Anmeldung zum Projektemarkt am 27. November im Landtag.

Hintergrund: Was sind die Jugendgeschichtstage?

Die Jugendgeschichtstage sind der jährliche Höhepunkt des Programms Spurensuche. In Kooperation mit dem Sächsischen Landtag und unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten wird regionale Geschichtsarbeit von Jugendlichen unterstützt und sichtbar gemacht. Gefördert werden die Jugendgeschichtstage durch das Sächsische Staatsministerium für Gesundheit, Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.