Sächsische Jugendgeschichtstage im Parlament

110/2025 Datum 24.11.2025

Presse-Einladung zum Projektemarkt am 28. November 2025, 11.00 Uhr

Erinnerungen an die Geschichte lebendig machen, Verantwortung übernehmen, Zukunft gestalten – das ist die Idee hinter den Jugendgeschichtstagen in Sachsen. Am 27. und 28. November 2025 präsentieren junge Menschen aus dem ganzen Freistaat im Sächsischen Landtag die Ergebnisse ihrer Spurensuche: Geschichten aus ihrer Region, entdeckt an historischen Orten, in Archiven und Briefen, erzählt von Zeitzeugen, festgehalten in Filmen, Ausstellungen oder kreativen Installationen.

Bereits seit zwei Jahrzehnten ermutigt das Programm „Spurensuche“ der Sächsischen Jugendstiftung junge Menschen, die Geschichte ihrer Heimat neu zu entdecken. Gefördert vom Sächsischen Staatsministerium für Gesundheit, Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt realisieren sie Projekte, die die Geschichte ihrer Heimatregion aufgreifen. Seit dem Frühjahr haben 17 Jugendgruppen geforscht, gefragt, gesammelt und gestaltet. Sie haben Spuren entdeckt, die zeigen, wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbunden sind – und was Erinnerung für unsere Demokratie bedeutet.

Landtagspräsident Alexander Dierks, der erneut die Schirmherrschaft über die Jugendgeschichtstage übernommen hat, betont: „Es gibt so viele Geschichten, die darauf warten, aufgespürt zu werden. Bei den Jugendgeschichtstagen werden die Jugendlichen Jahr für Jahr selbst zu Forschern und entdecken Geschichten in ihrer Umgebung, die so bislang in keinem Buch stehen oder noch nie untersucht worden sind. Im Parlament präsentieren sie die beeindruckenden Ergebnisse ihrer monatelangen Spurensuche. Ich bin schon gespannt, welche historischen Schätze die jungen Menschen in diesem Jahr ausgegraben haben.“

Auch Susann Rüthrich, Kinder- und Jugendbeauftragte der Sächsischen Staatsregierung, hebt die Bedeutung der Projekte hervor: „Um das Heute zu verstehen, hilft so manches Mal ein Blick zurück. Wie war das eigentlich? Warum ist etwas heute so wie es ist? Wie konnte das damals passieren? Und kann etwas, was früher war, heute wieder passieren? Das Heute ist gerade für junge Menschen oft herausfordernd und es fühlt sich oft unsicher an. Umso wertvoller erscheint es mir, dass wir den jungen Menschen bei den Jugendgeschichtstagen (und darüber hinaus) zuhören und erkennen, welche Geschichte(n) sie von früher erzählen, um das Heute zu verstehen und das Morgen gemeinsam und bewusst zu gestalten.“

Zwei Tage voller Entdeckungen und Begegnungen

Der Donnerstag, 27. November, steht im Zeichen der Bildung und des Austauschs: In Workshops und Exkursionen beschäftigen sich die Jugendlichen mit Themen wie Punk in der DDR, Schule im Wandel oder Queerness in der Kunst. Auch das Erinnerungsprojekt „In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeuginnen und Zeitzeugen“ kann erlebt werden.

Am Freitag, 28. November, öffnen sich die Türen des Landtags für die Öffentlichkeit. Ab 11.00 Uhr stellen die Jugendlichen ihre Projekte auf dem Projektemarkt vor – mit Ausstellungen, Mitmachaktionen, einem Jugendgeschichtstags-Kino und einem gemeinsamen Quiz. Zum Abschluss um 16.00 Uhr werden die eindrucksvollsten Projekte ausgezeichnet. Eine Jury kürt die drei besten und am eindrucksvollsten vorgestellten Projekte. Einen weiteren Preis vergibt das Publikum für das aus dessen Sicht beste Jugendgeschichtsprojekt. Interessierte melden sich bitte bei der Sächsischen Jugendstiftung an (spurensuche@saechsische-jugendstiftung.de).

Virtuelle Begegnung mit Zeitzeugen

Ein besonderes Highlight ist die mobile Ausstellung „In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeuginnen und Zeitzeugen“ des Brandenburg Museums für Zukunft, Gegenwart und Geschichte auf dem Landtagsvorplatz. Per VR-Brille können Besucher fünf jüdischen Überlebenden begegnen – eine intensive Erfahrung, die Geschichte auf eine neue Weise erfahrbar macht.

Hintergrund:
Die Jugendgeschichtstage sind der jährliche Höhepunkt des Programms „Spurensuche“ der Sächsischen Jugendstiftung. In Kooperation mit dem Sächsischen Landtag und unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten werden regionale Geschichtsprojekte von Jugendlichen sichtbar gemacht.