Feierstunde zu 100 Jahren Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden am 16. September

80/2026 Datum 07.09.2026

Der Sächsische Landtag und der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden K. d. ö. R. begehen gemeinsam mit Abgeordneten, Vertretern der jüdischen Gemeinden, Vertretern des gesellschaftlichen Lebens und geladenen Gästen eine 

 

     Feierstunde

     100 Jahre Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden

 

     am Mittwoch, 16. September 2026,

     um 10.00 Uhr

     im Sächsischen Landtag, Plenarsaal.

 

Nach einer Begrüßungsansprache von Landtagspräsident Alexander Dierks ergreift Ekaterina Kulakova, die Vorsitzende des Landesverbands Sachsen der Jüdischen Gemeinden, das Wort.

 

Im Mittelpunkt der Feierstunde stehen die Redebeiträge von Jüdinnen aus zwei Generationen:

     Renate Aris als 1935 in Dresden geborene Zeitzeugin sowie 

     Katrin Ikhilman, Jahrgang 2000, aus Leipzig als Vertreterin der jungen Generation.

 

Die musikalisch von der Chemnitzer Yankele Kapelle und dem Leipziger Blockflötisten Menashe Lukin umrahmte Feierstunde endet mit einem Gebet des Landesrabbiners Zsolt Balla für das Volk Israel und Deutschland sowie einem Schlusswort des Landtagspräsidenten.

 

Hintergrund zum Jahrestag:

Die einheitliche jüdische Interessenvertretung im Freistaat Sachsen blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Am 13. September 1926 wurde die Vorgängerorganisation Sächsisch Israelitischer Gemeindeverband als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt – ein wichtiger Meilenstein für Jüdinnen und Juden auf dem Weg zur Gleichberechtigung. Bis zur Machtübergabe an die Nationalsozialisten stieg die Zahl der in Sachsen lebenden Jüdinnen und Juden auf 20.500 an. Nach 1933 waren von der Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung auch die jüdischen Organisationen betroffen. Nur wenige Überlebende des Holocausts kehrten nach Sachsen zurück oder wurden hier befreit. Im geteilten Deutschland waren die Gemeinden im Osten im Verband der Jüdischen Gemeinden in der DDR organisiert. Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden entstand in seiner heutigen Verfassung nach der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung. Er ist die Dachorganisation für die drei jüdischen Einheitsgemeinden in Dresden, Leipzig und Chemnitz. Außerdem ist der Chabad Lubawitsch Sachsen e.V. Kooperationspartner des Landesverbandes. Die Gemeinden haben aktuell rund 2.300 Mitglieder.

 

Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden widmet sich insbesondere:

  • den sozialen, kulturellen und religiösen Belangen seiner Mitglieder;
  • dem Dialog zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Sachsen;
  • der Integration jüdischer Zuwanderer und Zuwanderinnen;
  • der jüdischen Jugend in Sachsen, unter anderem durch Gewährleistung des jüdischen Religionsunterrichts;
  • der Erinnerung an die Schoa;
  • der Bekämpfung von Antisemitismus und anderer gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Extremismus.

 

Fotoausstellung „Einblicke - Jüdisches Leben heute in Sachsen“

Jüdisches Leben findet heute in Sachsen zwischen Zuversicht und Sorge statt: zwischen der Hoffnung auf eine gute Zukunft und dem Blick auf gesellschaftliche Spannungen und zunehmenden Antisemitismus. Dazwischen gibt es aber auch viele Momente von Freude, Zusammenhalt und Miteinander. Für die Ausstellung „Einblicke - Jüdisches Leben heute in Sachsen“ haben sich drei renommierte sächsische Fotografen mit jüdischem Leben im Freistaat auseinandergesetzt. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit präzisem Blick und Empathie haben sie Menschen, Orte und Momente festgehalten. Ihre Fotografien geben Einblicke in die Vielfalt jüdischen Lebens in Sachsen. Die 40 Fotos und eine Videoinstallation sind vom 8. September 2026 bis 23. September 2026 im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags zu sehen – wochentags von 10 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

 

Hinweise für Medienvertreter:

Medienvertreter sind herzlich zur Berichterstattung über die Feierstunde eingeladen. Journalisten, die nicht Mitglied der Landespressekonferenz Sachsen e. V. oder Inhaber des bundesweit einheitlichen Presseausweises sind, werden gebeten, sich vorab in der Pressestelle zu akkreditieren.