44/2026 07.05.2026
Die Staatsregierung und der Sächsische Landtag erinnern am morgigen 8. Mai 2026 ab 11.30 Uhr mit einem gemeinsamen „Gedenken an die Befreiung vom Nationalsozialismus und die Beendigung des 2. Weltkriegs“.
Die Gedenkrede in der Staatskanzlei hält der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck. Zuvor sprechen Ministerpräsident Michael Kretschmer und Landtagspräsident Alexander Dierks. Der 8. Mai ist auf Beschluss des Sächsischen Landtags ein offizieller Gedenktag in Sachsen.
Zum 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa erklärt Alexander Dierks, Präsident des Sächsischen Landtags
„Der 8. Mai 1945 ist der Tag der Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Dieser Tag markiert das Ende von Terror, Krieg und Vernichtung in Europa. Dieses verbrecherische Regime musste beendet werden, damit auch die unmenschliche Gewalt und das unfassbare Leid, das von ihm ausgingen, endeten. Die Befreiung Deutschlands gelang aber nicht aus eigener Kraft, sondern nur dank der alliierten Mächte, die dafür einen hohen Preis zahlten. Auf die Befreiung vom Nationalsozialismus folgte für die Menschen in der sowjetischen Besatzungszone allerdings die Unfreiheit des Sozialismus. Erst mit der Friedlichen Revolution 1989 endete diese zweite Diktatur auf deutschem Boden.
Wir dürfen die Geschichte aber nicht nur vom Ende her sehen: Wir müssen uns auch immer wieder die Anfänge bewusstmachen. Es begann schleichend mit Verschwörungserzählungen, Hass, Gewalt und der Verachtung demokratischer Regeln.
Diktaturen entstehen nicht über Nacht, Demokratien sterben nicht mit einem großen Knall – diese Erkenntnis ist auch für das Heute wichtig.
Stellen wir uns alle autoritärem und menschenverachtendem Denken und Handeln entgegen, wo immer es uns begegnet. Demokratie und Freiheit sind es wert, täglich geschützt und verteidigt zu werden – an Gedenktagen, aber vor allem im Alltag.“