Blick auf den Plenarsaal mit den Wahrzeichen von Dresden im Hintergrund

Rückblick 2026: Niklas Hellfritsch

Ein Jahr voller wertvoller Erfahrungen

Zum Ende meiner Schulzeit war mir schnell klar, dass ich nach dem vielen Pauken von Theoriewissen erst einmal praktische Erfahrungen sammeln möchte. Ein FSJ erschien mir dafür perfekt. Durch mein großes Interesse an Politik war die Richtung ebenfalls schnell gefunden. Nach dem Bewerbungsprozess und der Zusage des Sächsischen Landtags war ich voller Vorfreude auf ein Jahr, das mir hoffentlich neben praktischen Einblicken auch viele weitere Erfahrungen bescheren würde. Ich sollte recht behalten…

Mittendrin statt nur dabei

Bereits in der ersten Woche meines FSJ fand ich mich an einem Samstag in Sebnitz auf dem "Tag der Sachsen" wieder. Hier unterstützte ich im Zelt des Sächsischen Landtags, indem ich den virtuellen Rundgang erklärte, Leuten beim Quizzen half oder Fragen beantwortete. So bekam ich schnell ein gutes Gefühl in meinem neuen Team und stand direkt an vorderster Stelle der Öffentlichkeitsarbeit. Diese Erfahrung machte ich nicht mal einen Monat später erneut, als der Landtag mehrere tausend Menschen zum "Tag der offenen Tür" begrüßte. Aufgrund der zahlreichen Veranstaltungen und Termine war ich sehr schnell eingebunden, begleitete vieles von Anfang bis Ende und lebte mich schnell gut ein.

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Zum "Tag der Sachsen" war ich im Zelt des Sächsischen Landtags zu finden.
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Mittendrin im Geschehen beim "Tag der offenen Tür" im Parlament

Parallel dazu schrieb ich für den Landtagskurier und die Internetseite, lernte, Besucherführungen zu geben, kümmerte mich hier und da um Fotos, drehte Videos oder half einfach aus, wo gerade Bedarf bestand. Denn auch die Veranstaltungen machten keine Pause: So wurde der Landtag 35 Jahre alt, das Jugend-Redeforum fand statt und in der Weihnachtszeit gibt es bekanntlich auch die ein oder andere Feierlichkeit. Ein Highlight war zudem ein Interview mit dem Landtagspräsidenten Alexander Dierks, das ich für die interne Mitarbeiterzeitung mit ihm führte.

Einen Plan(er) haben

Es muss im Oktober gewesen sein, als ich gemeinsam mit meiner Mentorin die Idee finalisierte, die mein Projekt werden sollte: ein Hausaufgabenheft für Grundschulen. Neben dem Alltagsgeschäft setzte ich mich also mit den Vorgängen auseinander, die für dieses Projekt notwendig waren. Ich schrieb Angebotsabfragen, sichtete erhaltene Angebote und pflegte diese Vorgänge den Verwaltungsvorgaben entsprechend in das elektronische Aktenprogramm ein. In Zusammenarbeit mit einer Agentur entstand ein schönes und praktisches Hausaufgabenheft, in dem die Kinderfiguren Lena, Paul und Hund Knolle die Schülerinnen und Schüler durch das Schuljahr begleiten.

Die wöchentlichen Erklärtexte sowie die Informationsseiten mussten kindgerecht beschrieben, Bilder gefunden und Abstimmungen mit der Agentur koordiniert werden. Zeitgleich kümmerte ich mich gemeinsam mit der Beschaffung um die Einholung von Angeboten für den Druck, damit das Heft anschließend professionell gedruckt werden konnte. Auch hier galt es natürlich wieder, die Verwaltungsrichtlinien zu befolgen.

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Bei einem Treffen mit der Agentur sind wir erste Designideen durchgegangen.
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Zum Jugend-Redeforum habe ich Aufnahmen für ein Instagram-Reel gedreht.

Insbesondere dieses Projekt hat mich um viele Erfahrungen reicher gemacht und ich habe Dinge gelernt, über die ich mir sonst wohl nie Gedanken gemacht hätte. Die Koordinierung eines solchen Projekts ist nicht immer ganz einfach, aber ich habe immer gewusst, dass ich im Zweifelsfall auf kompetente Unterstützung zählen kann.

Im Herzen der Demokratie

Neben meinen Arbeitsaufgaben konnte ich außerdem regelmäßig die Plenarsitzungen des Landtags verfolgen. Ich fand es jedes Mal aufs Neue beeindruckend, wie viele Besucher und Medienvertreter dafür in den Landtag kommen, was für Gedanken sich die Fraktionen zu einzelnen Tagesordnungspunkten machen oder wie viel Organisation hinter einer Plenarsitzung steckt. Nach den Plenartagen war es dann meine Aufgabe, ausgewählte Tagesordnungspunkte für "Plenum im Rückblick" auf der Website des Landtags zusammenzufassen, um diesen öffentlichen Teil des parlamentarischen Verfahrens abzubilden. Doch die eigentliche Arbeit des Parlaments wird in den Ausschüssen gemacht. Bei diesen in der Regel nicht öffentlichen Sitzungen ist es als FSJler der Landtagsverwaltung möglich, sich als Zuhörer in den Raum zu setzen und den Austausch der Abgeordneten zu verfolgen. So kannte ich bspw. ausgewählte Stellen des Berichts des Sächsischen Rechnungshofs, bevor dieser öffentlich vorgestellt wurde.

Politisch in Sachsen

Das FSJ-Politik wird von der Sächsischen Jugendstiftung getragen. Sachsenweit betreut sie über 30 FSJlerinnen und FSJler und organisiert über das Jahr 25 Bildungstage für sie. In vier verschiedenen Bildungswochen setzten wir uns mit politischen Fragen und Themen in Sachsen auseinander, lernten zaubern und tauschten viele persönliche und arbeitstägliche Erfahrungen aus. Zudem hatten wir auch immer sehr viel Spaß bei gemeinsamen Tischtennis- oder Karaoke-Runden. Zwei Bildungstage fanden außerdem im Sächsischen Landtag statt, deren Organisation vorrangig meine Aufgabe war.

Austausch und Begegnungen

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Bei den Bildungstagen im Landtag haben wir ein intensives Gespräch mit dem Landtagspräsidenten geführt.
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Die REWE Team Challenge haben vier Teams des Landtags erfolgreich absolviert.

Eine willkommene Abwechslung der Arbeitstage waren für mich die Mittagspausen, in denen ich mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen in der Kantine des Landtags unterhielt oder mit dem FSJ-ler des Integrationsbeauftragten durch Dresden schlenderte. Diesen Austausch sowie jedes Gespräch, das ich im und um den Sächsischen Landtag geführt habe, hat mich sehr inspiriert. Außerdem konnte ich an den Sportangeboten des Landtags teilnehmen. So spielte ich in meiner Freizeit einmal die Woche mit Kolleginnen und Kollegen Badminton oder lief die 5km lange Strecke der REWE Team Challenge.

Zum Ende meines FSJ blicke ich auf ein Jahr voller erinnerungswürdiger, bereichernder und verbindender Momente zurück. Ich habe sehr viele interessante Menschen kennengelernt und getroffen. Deswegen habe ich meine Entscheidung, ein FSJ-Politik im Sächsischen Landtag zu absolvieren, zu keiner Zeit bereut.

Mit meiner Einschätzung, dass sich ein FSJ sehr lohnen würde, habe ich also absolut recht behalten.

Autor: Niklas Hellfritsch