22. Jugend-Redeforum 2025

Datum 08.11.2025

New York Grand Central Terminal

Am 8. November fand das 22. Jugend-Redeforum im Sächsischen Landtag statt. Dabei konnten sich rhetorisch talentierte Schülerinnen und Schüler der 8. bis 12. Klasse präsentieren. Ziel war es, die Jury mit guten Argumenten in Gruppendiskussionen sowie einer eigenen Rede im Plenarsaal zu überzeugen. Neben attraktiven Preisen für die Gewinnerinnen und Gewinner sammelten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wertvolle Erfahrungen und durften dabei selbst auf den Stühlen der Abgeordneten im Plenarsaal Platz nehmen.

Zahlreiche Wettbewerber, große Erwartungen

36 Schülerinnen und Schüler aus 17 Schulen in Sachsen und Brandenburg traten beim 22. Jugend-Redeforum gegeneinander an – alle verfügbaren Startplätze waren vergeben. Viele hatten ihre Unterstützerinnen und Unterstützer mitgebracht, die oft lange Wege auf sich nahmen, um live dabei zu sein. Die Stimmung war entsprechend gut: Alle rechneten mit einem Tag voll packender Reden, emotionaler Momente und pointierter Appelle.

Wer am Ende jedoch wirklich herausragen sollte, wer also starke, nachvollziehbare Argumente vortrug, souverän kommunizierte, mit überzeugender Körpersprache auftrat und sprachlich glänzte -  das bewertete eine ehrenamtliche Jury aus neun erfahrenen Jurorinnen und Juroren.

Landtagspräsident Dierks: "Demokratie lebt vom Mitmachen."

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Die Jugendlichen nahmen auf den Stühlen der Abgeordneten Platz.
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Landtagspräsident Alexander Dierks empfing die Jugendlichen und führte einige Gespräche.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der Hausherr des Sächsischen Landtags, Landtagspräsident Alexander Dierks, die Jugendlichen im Plenarsaal: „Demokratie lebt vom Mitmachen, Mitgestalten und Mitreden. Ich bin begeistert, dass so viele junge Menschen den Mut haben, ihre Redekompetenz hier vor Publikum zu zeigen“, sagte der Landtagspräsident zur Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Das Jugend-Redeforum ist ein Wettmessen um die besten Argumente direkt im Herzen der sächsischen Demokratie, dem Parlament in Dresden.“ An die Schülerinnen und Schüler gerichtet, betonte Dierks: „Nicht alle von Euch werden Politiker werden, obwohl gute und sachliche Argumente gerade in der Politik Großes ausrichten können. Doch Rhetorik ist in jeder Lebenslage gefragt. Verschafft Euren Überzeugungen heute und in Zukunft Gehör.“

Runde 1 - Die Kunst des Debattierens

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Die Jugendlichen debattierten verschiedenste Themen.
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Viele Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Rededuelle.

Zum Auftakt traten die Jugendlichen in Gruppen von sechs Personen gegeneinander an. Nach einer kurzen Vorbereitungsphase mussten sie in der Debatte beweisen, wie flexibel, schlagfertig und argumentationsstark sie sind. Die Jury achtete dabei nicht nur auf logische Argumente, sondern genauso auf das soziale Miteinander: Zuhören, Einbinden, Ausredenlassen und das ehrliche Bemühen, gegnerische Positionen nachzuvollziehen.

Im Herzen der sächsischen Demokratie entwickelten sich so mitreißende Diskussionen. Die Teilnehmenden stritten engagiert über die klassische „Stadt oder Land“-Frage, über Chancen und Grenzen von KI an Schulen, ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche, die Lebensnähe des Schulsystems – und schließlich über die mögliche Wiedereinsetzung der Wehrpflicht.

Mittagspause und zehn Finalisten

Nach den sechs unterhaltsamen, anregenden und engagierten Diskussionsrunden hieß es für die Jugendlichen nun: Mittagspause, Kraft tanken, Bekanntschaften knüpfen. Mehrere Abgeordnete des Sächsischen Landtags verfolgten interessiert die Debatten und standen für Gespräche zur Verfügung. In einer lockeren Atmosphäre konnten sich die Jugendlichen auf diese Weise ganz direkt mit den Entscheidungsträgern austauschen. Doch auch mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern galt es, Kontakt aufzunehmen. Neben zahlreichen Tipps zum Wettbewerb ging so vielleicht auch die ein oder andere Handynummer über den Mittagstisch.

Gegen Ende der wohlverdienten Stärkung wurden die zehn Finalisten bekanntgegeben. Jene Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in den Diskussionsrunden die meisten Punkte von der Jury erhielten, würden schon gleich eine Rede im Plenarsaal halten.

Runde 2 – Der große Redewettstreit

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Alle Finalisten überzeugten durch selbstbewusstes Auftreten und starke Reden.
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Herzlichen Dank an die Jurorinnen und Juroren, die die Wertung ehrenamtlich durchführten.

Für die Finalrunde standen 16 Themen zur Auswahl. Die Jugendlichen zogen ihr Thema per Los – und wer unzufrieden war, durfte ein zweites Mal ziehen. Dann hieß es: ab ans Rednerpult, drei Minuten Redezeit, "Scheinwerfer" an und Konzentration auf die eigene Stimme.

Die Themenvielfalt spiegelte sich in eindrucksvollen Reden wider: engagierte Plädoyers für Zivilcourage, klare Positionen zu einem möglichen Rauchverbot oder leidenschaftliche Appelle für mehr Generationengerechtigkeit fesselten Publikum und Jury gleichermaßen. Jede und jeder der Finalistinnen und Finalisten bewies Mut, Ausdruckskraft und die Fähigkeit, Argumente eindrucksvoll auf den Punkt zu bringen – und das vom Rednerpult des Sächsischen Landtags aus.

Die Entscheidung fiel der Jury nicht leicht. Unter diesen zehn starken Persönlichkeiten die drei überzeugendsten auszuwählen, verlangte Fingerspitzengefühl und intensive Beratung. Nach rund 30 Minuten kehrten Jury, Jugendliche und Publikum in den Plenarsaal zurück. Die Anspannung war greifbar – und dann wurde der Moment der Wahrheit verkündet:

Die Siegerin des 22. Jugendredeforums ist Helena Lange (12. Klasse) vom Weißeritzgymnasium Freital

Mit ihrer Rede zum Thema „Ist die Autokratie der Demokratie überlegen?“ setzte sie ein kraftvolles Zeichen für Freiheit und demokratische Werte und begeisterte damit die Jury.

Platz 2 ging an Moritz Kwaschik (9. Klasse) von der Friedrich-Schiller-Schule Leipzig, der in seiner Rede die Frage „Wirtschaft oder Klima retten?“ eindrucksvoll beleuchtete.

Den 3. Platz erreichte August Sommer (11. Klasse) vom Romain-Rolland-Gymnasium Dresden, der differenziert zur Frage argumentierte, ob privates Feuerwerk verboten werden sollte.

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Platz 1: Helena Lange
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Platz 2: Moritz Kwaschik
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Platz 3: August Sommer
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Wir bedanken uns bei allen Schulen, die in diesem Jahr teilgenommen haben:

  • Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium Schneeberg
  • Weißeritzgymnasium Freital
  • Ferdinand-Sauerbruch-Gymnasium Großröhrsdorf
  • Schiller-Gymnasium Bautzen
  • Goethe-Gymnasium Reichenbach
  • Elsterschloss-Gymnasium Elsterwerda
  • Landesgymnasium Sankt Afra
  • Humboldt-Gymnasium Radeberg
  • Leibnizschule Gymnasium der Stadt Leipzig
  • Romain-Rolland-Gymnasium Dresden
  • Goethe-Gymnasium Sebnitz
  • Julius-Mosen-Gymnasium, Dresden
  • Freies Evangelisches Limbacher Schulzentrum, L.-O.
  • F.-A.-Brockhaus-Gymnasium Leipzig
  • Wilhelm-Ostwald-Gymnasium Leipzig
  • Friedrich-Schiller-Schule Leipzig
  • Thomasschule zu Leipzig

Der Jury, die in diesem Jahr über die besten Diskutantinnen und Diskutanten entschied, gehörten an:

  • Evelyn Chalmakoff, TEDxDresden
  • Dörte Hartung, Verband der Redenschreiber deutscher Sprache
  • Elisabeth Haufe, Silicon Saxony e. V.
  • Bernhard Holfeld, fairsprechen & verstehen
  • Christine Keilholz, Neue Lausitz
  • Prof. Dr. Cornelia Mothes, Macromedia GmbH
  • Nico Nickel, MDR Sachsen
  • Nora Pluntke, Infineon Technologies Dresden
  • Peter Sprong, Verband der Redenschreiber deutscher Sprache

Die Veranstaltung ist aus einer gemeinsamen Initiative des Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache und dem Sächsischen Landtag entstanden.