Lars Kuppi

Datum 28.04.2026

Vorsitzender des Ausschusses für Inneres, Kommunales und Sport

Blaulicht im Brennpunkt

Seit 2019 sitzt Lars Kuppi für seine Heimat Döbeln als Direktkandidat im Parlament. In der aktuellen Wahlperiode steht der Polizist an der Spitze des Ausschusses für Inneres, Kommunales und Sport. Wir haben ihn zu einem Vor-Ort-Termin des Ausschusses in die Gohrischheide begleitet und den Abgeordneten in Döbeln besucht.

Knapp zwei Wochen lang brannte es 2025 in der Gohrischheide – mal wieder. Für die kleine Kommune Zeithain eine riesige Katastrophe. Und das nicht nur ob des Ausmaßes des Brandes, sondern auch mit Blick auf die Häufigkeit der Brände und die Munitionsbelastung des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Auch die enormen Kosten der Löscheinsätze und die Hürden für deren Erstattung durch das Land stellen große Herausforderungen dar. Der Innenausschuss, u. a. zuständig für alle „Blaulichtthemen“, reiste Ende März nach Zeithain, um sich selbst ein Bild vom Einsatzgebiet zu machen und mit Verantwortungsträgern wie der Freiwilligen Feuerwehr Zeithain, dem Sachsenforst und dem Bürgermeister zu sprechen.

Vor Ort folgen intensive Stunden, bei denen die Abgeordneten in erster Linie Zuhörer und Zuschauer sind und in denen ihnen die Zeithainer ihre Not veranschaulichen. Der Spagat zwischen dem Schutz von Leib und Leben sowie der steten Ressourcenüberlastung werde mehr und mehr zur Zerreißprobe.

Gepanzerte Löschfahrzeuge gewünscht

Einer von vielen Aspekten, über die an diesem Tag gesprochen wird, ist der Wunsch der Kommune nach gepanzerten Löschfahrzeugen. „Damit könnten die Einsatzkräfte näher an den Brandherd fahren und effektiver im munitionsbelasteten Gelände löschen“, erklärt Kuppi. Derartige Spezialfahrzeuge sind jedoch sehr teuer und die öffentlichen Kassen klamm.

Den Schlusspunkt in Zeithain setzt Ortswehrleiter Marco Bretschneider mit einer nüchternen, aber eindringlichen Feststellung: „Der nächste Brand wird kommen. Bislang hatte das Land sogar immer Glück im Unglück, denn es brannte nie gleichzeitig großflächig in Sachsen.“ Kuppi dankt ihm sowie Bürgermeister Mirko Pollmer im Namen des Innenausschusses. Sie hätten eindrucksvoll gezeigt, welche Bedeutung vor allem das Ehrenamt unter außergewöhnlichen und belastenden Bedingungen habe und welche Leistungen trotz widriger Umstände erbracht werden können.

Streifzug in Döbeln

Vier Wochen später treffen wir uns in Döbeln wieder. Hier ist Lars Kuppi aufgewachsen, hier hat er viele Jahre als Streifenpolizist gearbeitet und hier lebt er mit seiner Familie. Man kennt ihn. Darauf führt er auch einen Großteil seiner guten Wahlergebnisse zurück. „Die Direktstimmen waren jedes Mal höher als die Listenstimmen für meine Partei.“ Seine Partei ist seit 2015 die AfD.

Engagiert war er auch schon zuvor in der Deutschen Polizeigewerkschaft, zuletzt als stellvertretender Landesvorsitzender in Sachsen. Der Beweggrund für den Eintritt in die AfD war ein einschneidendes persönliches Erlebnis. Auch über zehn Jahre später bittet er um Verständnis, dass er darüber nicht sprechen möchte. Neben dem Mandat im Landtag ist er Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Mittelsachsen. Beim regulären Ende der Wahlperiode 2029 wird Kuppi 58 Jahre alt sein. Er hofft auf den Wiedereinzug ins Parlament. Sollte es anders kommen, müsste Kuppi die ihm als Polizisten verbleibenden vier Jahre in den Polizeidienst zurückkehren.

In Döbeln ist er an diesem Tag mit einem Infostand auf dem Wochenmarkt. Es blitzt von den Fassaden und wuselt geschäftig in der Stadt. Auf dem Markt sind auch andere Parteien präsent. Ob dies allein an der damals kurz bevorstehenden Wahl des Stadtoberhauptes liegt oder daran, dass Infostände längst nicht mehr nur in Wahlkampfzeiten zum Markttreiben in Sachsen gehören, ist jetzt erst einmal egal. Die Gesellschaft ist hoch politisiert. Politische Debatten finden Woche für Woche zwischen Eierkauf, Schuhverkäufern und Obstständen statt.

Anhörung im Parlament

Einen Tag später im Landtag. Der Innenausschuss hört öffentlich Sachkundige zu einem Antrag der AfD-Fraktion an. Damit soll die Staatsregierung u. a. aufgefordert werden, zwei „sondergeschützte Großtanklöschfahrzeuge“ zu beschaffen. Hier treffen wir auch Marco Brettschneider wieder, den Ortswehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Zeithain. Er schildert im Sächsischen Landtag noch einmal die Lage vor Ort. Der Ausschuss selbst wird den Antrag in einer seiner nächsten Sitzungen abstimmen und danach die Beschlussempfehlung dem Plenum übermitteln. Im Plenarsaal stimmen dann schlussendlich alle Abgeordneten über den Antrag ab.

Autoren: Katja Ciesluk, Niklas Hellfritsch