Landtag trauert um ehemaligen Landtagspräsidenten Erich Iltgen

Pressemitteilung 56/2019 vom 11.06.2019

Rößler: „Sachsen verliert leidenschaftlichen Streiter für die parlamentarische Demokratie“

Der Landtag trauert um seinen ehemaligen Landtagspräsidenten Erich Iltgen. Iltgen ist am Sonntag nach schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren verstorben. Er war von 1990 bis 2009 oberster Repräsentant des sächsischen Parlaments.

 

Der Landtag wird Iltgen mit einem Staatsakt ehren. Ab Mittwoch, dem 12. Juni 2019, haben Trauernde die Möglichkeit, ihre Anteilnahme in einem Kondolenzbuch zum Ausdruck zu bringen. Dieses Buch liegt im Neubau des Landtags aus.

 

„Wir trauern um einen der bedeutendsten Gründungsväter unseres Freistaats. Erich Iltgen hat den Runden Tisch des Bezirks Dresden moderiert und das sächsische Parlament nach der Wiedergründung des Freistaats als Präsident entscheidend gestaltet. Er hat dafür gesorgt, dass die Sachsen wieder eine würdige, arbeitsfähige und demokratische Volksvertretung erhalten haben. Dieser historische Verdienst bleibt unvergessen“, so Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler.

 

Iltgen habe sich besonders um den Aufbau des Landtags mit einer funktionierenden Verwaltung sowie um den Bau eines modernen, repräsentativen Gebäudes verdient gemacht. „In den 19 Jahren an der Spitze hat er das Parlament mit seiner sachlichen und fairen Art auch durch schwierige Zeiten geführt“, so Rößler.

 

„Ich persönlich verliere einen vertrauten Freund, Sachsen verliert einen leidenschaftlichen Streiter für die parlamentarische Demokratie“, sagte Rößler mit Blick auf das jahrzehntelange politische Engagement Iltgens und besonders sein Wirken in den Jahren 1989/1990. Erich Iltgen war damals Moderator des „Runden Tisches“ des Bezirkes Dresden, Begründer des „Sächsischen Forums“, Mitglied des Koordinierungsausschusses zur Bildung des Landes Sachsen und Landesstrukturbeauftragter der Arbeitsgruppe „Landtag“.

 

Am 27. Oktober 1990 wurde Iltgen zum ersten Landtagspräsidenten des neugegründeten Freistaats gewählt und stand 19 Jahre an der Spitze des Parlaments. Am 27. Mai 1992 unterzeichnete er gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Prof. Dr. Kurt Biedenkopf die neue sächsische Landesverfassung.

Zur Person:

 

Erich Iltgen wurde am 10. Juli 1940 in Köln geboren. Nach einer Ausbildung zum Landmaschinen- und Motorenschlosser folgte ein Studium zum Ingenieur für Landtechnik und Diplomingenieur für Heizung, Lüftung und Sanitär. Danach war er von 1964 bis 1979 als Gruppenleiter im Kraftwerksanlagenbau in Radebeul und von 1979 bis 1985 als Abteilungsleiter für Investitionen im Sächsischen Serumwerk Dresden tätig. Von 1985 bis 1988 war Iltgen Leiter der Dombauhütte der Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen und von 1988 bis 1990 Bauamtsleiter des Bistums Dresden-Meißen.

 

Iltgen war Träger des Sächsischen Verdienstordens, der Sächsischen Verfassungsmedaille sowie des Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.