„Landtag übergibt sein parlamentarisches Gedächtnis an das Staatsarchiv zum Erhalt für die Ewigkeit“

Pressemitteilung 49/2017 vom 24.05.2017

Der Sächsische Landtag hat heute offiziell seine Archivbestände an das Sächsische Staatsarchiv übergeben. Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler, Innenminister Markus Ulbig und die Direktorin des Sächsischen Staatsarchivs, Dr. Andrea Wettmann, unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung. Die Archivalien des Landtags werden ab jetzt im Sächsischen Staatsarchiv dauerhaft aufbewahrt.

Als erstes Dokument der Landtage seit 1990 brachten Rößler, Ulbig und Wettmann heute das Protokoll der ersten Landtagssitzung vom 27. Oktober 1990 in das Magazin des Staatsarchivs.

 

Dazu erklärt Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler:

„Der Sächsische Landtag vertraut dem Staatsarchiv das parlamentarische Gedächtnis des Freistaats an, damit es der Nachwelt für die Ewigkeit erhalten bleibt. Wir übergeben nicht einfach ein paar Akten, sondern historische Zeugnisse wie etwa die umfangreiche Dokumentation zur Erarbeitung unserer Sächsischen Verfassung nach der friedlichen Revolution 1989 und der Wiedergründung des Freistaats 1990. Die Unterlagen belegen, warum sich unsere Verfassungsväter und der Gesetzgeber für und gegen bestimmte Regelungen entschieden haben und welche Leitlinien ihr Handeln bestimmte. Das Landtagsarchiv ist nicht nur für Juristen und Historiker interessant. Eines Tages werden kommende Generationen diese Dokumente so fasziniert betrachten, wie wir heute Papiere der Ständeversammlung des Königsreichs Sachsen oder des Sächsischen Landtags zur Zeit der Weimarer Republik.“  

 

Zudem erklärt Innenminister Markus Ulbig:

„Das Sächsische Staatsarchiv verwahrt künftig alle Landtagsarchivalien, Dokumente und Akten. So gehen nun historisch wertvolle Dokumente, wie beispielsweise die Urschriften der Gesetze und die Landtagsprotokolle in den Bestand des Staatsarchivs über. Im Staatsarchiv befindet sich bereits das Archivgut der Vorgängerinstitutionen des Landtags. Mit der heutigen Übergabe knüpfen wir an eine jahrhundertelange Tradition an. Mein Dank gilt den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrer Kompetenz und langjährigen Erfahrung dazu beitragen, bedeutende Unterlagen einer zentralen Institution unserer Demokratie zu sichern. Die Mitarbeiter verfügen über die Fähigkeit, Archivgut auf Papier und als Datei zu erhalten und können moderne Magazine nutzen, die höchste Sicherheitsstandards erfüllen“.

 

Hintergrund:

Die Vereinbarung sieht vor, dass die Archivalien des Landtags innerhalb der nächsten sechs Monate dem Sächsischen Staatsarchiv übergeben werden. Die elektronischen Unterlagen folgen ab dem Jahre 2027. Mit dem Übergang wird eine Personalstelle des Sächsischen Landtags zum Staatsarchiv umgesetzt.

Bei den bereits im Staatsarchiv befindlichen historischen Unterlagen handelt es sich um die Überlieferung der älteren Landtage seit dem 16. Jahrhundert, der Ständeversammlung des Königreichs Sachsen (1831 - 1918), des Landtags des Freistaats Sachsen (1918-1933) sowie des Landes Sachsen (1945-1952). Dazu gehören auch die Originalausfertigungen der sächsischen Verfassungen von 1831, 1919/20, 1947 und 1992.