Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2013

Pressemitteilung 10/2013 vom 22.01.2013

Mit einer gemeinsamen Veranstaltung im Plenarsaal des Sächsischen Landtags gedenken Parlament und Staatsregierung am Sonntag, den 27. Januar 2013 um 14:00 Uhr der Opfer des Nationalsozialismus.

Im Vordergrund der diesjährigen Veranstaltung steht die Erinnerung an die zehntausenden Kriegsgefangenen aus der früheren Sowjetunion sowie anderer Länder, die in sächsischen Lagern wie z. B. Zeithain gefangen gehalten wurden und zu Tode kamen. Die Gedenkveranstaltung ist den Opfern gewidmet und soll zugleich künftige Generationen zu Wachsamkeit mahnen.

An die Ansprachen von Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler und Ministerpräsident Stanislaw Tillich schließt sich ein Vortrag von Dr. Alexander Haritonow an. Der Historiker, geboren und aufgewachsen in Russland, arbeitet seit 2001 bei der Stiftung Sächsische Gedenkstätten und ist dort verantwortlich für die Kontakte zu Angehörigen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener sowie zu den zuständigen Einrichtungen in den Nachfolgestaaten der UdSSR. Haritonow war außerdem maßgeblich an der Übergabe von Archivunterlagen zu mehr als 1,4 Mio. deutschen und rund 800.000 sowjetischen Kriegsgefangener beteiligt und arbeitete an einem Forschungsprojekt über sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Internierte mit.

Anschließend lesen sechs Schülerinnen und Schüler des Lößnitzgymnasiums Radebeul Erinnerungstexte von Kriegsgefangenen, Tätern und Zeitzeugen. Die Zwölftklässler werden die Schicksale Vieler exemplarisch darstellen, aber auch die Täterperspektive einnehmen und NS- und Wehrmachtspropaganda einfließen lassen. Die Lesung soll die Dimensionen des nationalsozialistischen Rassismus verdeutlichen und die unterschiedlichen Motivationen der NS-Verbrechen sichtbar machen.

Für die musikalische Umrahmung sorgt das Bläserquintett Menáge à cinq mit kammermusikalischen Werken von Komponisten, die während der Zeit des Nationalsozialismus der staatlichen Verfolgung ausgesetzt waren.

Zu den geladenen Gästen gehören neben Abgeordneten und Mitgliedern der sächsischen Staatsregierung u. a. Vertreter von Opferverbänden und Gedenkstätten, Überlebende des Holocaust und Schüler.

Hintergrund:

Der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 ist seit 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Der Sächsische Landtag und die Sächsische Staatsregierung würdigen diesen Tag seit 2006 jedes Jahr mit einer gemeinsamen Gedenkstunde im Plenarsaal des Sächsischen Landtags.