Ausstellung im Landtag erinnert an die Ereignisse der Friedlichen Revolution 1989 in Leipzig – Vernissage am 28. August 2012

Pressemitteilung 89/2012 vom 21.08.2012

Am 9. Oktober 1989 wurde in Leipzig Geschichte geschrieben. 70.000 Menschen gingen auf die Straße, um friedlich gegen die SED-Diktatur und für Freiheit und Gerechtigkeit zu demonstrieren.

Dieser Tag war der Wendepunkt auf dem Weg zu einer wirklich Friedlichen Revolution, bei der entscheidende Impulse für Demokratie und Freiheit von Leipzig ausgingen.

Die Friedliche Revolution wurde in vielen Städten wie Berlin, Dresden oder Plauen von mutigen Bürgern getragen, die mit ihren Demonstrationen Demokratie und Freiheit forderten. Die Entscheidung fiel jedoch in Leipzig und fand ihre konsequente Fortsetzung im Fall der Mauer am 9. November 1989 in Berlin sowie der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990.

Mit originalen Flugblättern, Demofotos, Plakaten und Dokumenten stellt die Wanderausstellung „Die Friedliche Revolution in Leipzig“ die oppositionellen und bürgerschaftlichen Aktionen vom Herbst 1988 bis zur Wiedervereinigung im Oktober 1990 in den Mittelpunkt, ergänzt durch eine Vielzahl von Dokumenten aus Partei- und Staatsarchiven, welche die letztlich vergeblichen Versuche belegen, die SED-Diktatur zu erhalten.

Eingebettet sind die Ereignisse in Leipzig in den Kontext eines friedlichen Umbruchs in Ost-Mitteleuropa und sie stehen exemplarisch für die Entwicklungen in ganz Deutschland. Damit präsentiert das Bürgerkomitee Leipzig e. V., das direkt aus der Friedlichen Revolution hervorging und heute das Museum in der „Runden Ecke“ betreibt, eine der wichtigsten Epochen der jüngeren Geschichte und lädt zu spannenden neuen Entdeckungen ein.

Vernissage: 28. August 2012, 18 Uhr im Sächsischen Landtag (Bürgerfoyer)
Andrea Dombois, Erste Vizepräsidentin des Sächsischen Landtags, und Sabine von Schorlemer, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, eröffnen die Wanderausstellung am Dienstag, dem 28. August 2012 um 18 Uhr im Sächsischen Landtag (Bürgerfoyer) mit Grußworten. Anschließend führt Tobias Hollitzer, Leiter der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ in die Ausstellung ein und lädt zu einem Rundgang durch die Schau ein. Antonia Hausmann (Posaune) und Wencke Wollny (Tenorsaxophon) werden die Vernissage musikalisch umrahmen.

Interessenten können die Ausstellung vom 29. August bis 27. September 2012 besuchen. Geöffnet ist montags bis freitags von 10 Uhr bis 18 Uhr sowie an den Wochenenden von 10 Uhr bis 16 Uhr. An Feiertagen bleibt die Ausstellung geschlossen. Der Eintritt ist frei.

Hintergrund: Bürgerkomitee Leipzig e.V.:
Das Bürgerkomitee entstand 1989 unmittelbar aus der Friedlichen Revolution heraus und fühlt sich bis heute deren zentralen Forderungen nach Freiheit und Demokratie verpflichtet. Im August 1990 eröffnete der Verein in der „Runden Ecke“ in originalen Räumen der ehemaligen Bezirksverwaltung die Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“. Es entwickelte sich in den Folgejahren zu einer festen und kontinuierlich arbeitenden Größe in der Aufarbeitungslandschaft der Bundesrepublik.

Heute klärt der gemeinnützige Verein vor allem über Geschichte, Struktur und Arbeitsweise des MfS auf und beteiligt sich aktiv am gesellschaftlichen Diskurs über Diktaturen, ihre Folgen sowie über Bürger- und Menschenrechte. Er berät auch Opfer der SED-Diktatur. Damit will er das Bewusstsein der Bürger für die Gefahren der Diktatur schärfen, demokratisches Handeln und Denken fördern und den antitotalitären Konsens in der Gesellschaft stärken. Darüber hinaus ist ihm der authentische Erhalt von Orten der Machtausübung des SED-Staates vor allem in Leipzig, der Stadt der Friedlichen Revolution, ein wichtiges Anliegen. Er leistet so einen Beitrag zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit. Dabei stützt er sich wesentlich auf bürgerschaftliches Engagement.