Sächsischer Landtag und Sächsische Staatsregierung gedenken am 27. Januar 2012 der Opfer des Nationalsozialismus

Pressemitteilung 7/2012 vom 25.01.2012

Mit einer gemeinsamen Veranstaltung im Plenarsaal des Sächsischen Landtags gedenken Parlament und Staatsregierung am Freitag, dem 27. Januar 2012, 10:00 Uhr, der Opfer des Nationalsozialismus.

An die Ansprachen von Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler und Ministerpräsident Stanislaw Tillich schließt sich ein Vortrag des Leiters der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, Herrn Dr. Boris Böhm, an. Der Historiker spricht zu den nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen in Sachsen, deren Opfern die Gedenkstunde am Freitag in besonderer Weise gewidmet ist. Die Gäste erwartet zudem eine Lesung biografischer Porträts: Schauspieler der Landesbühnen Sachsen, darunter Intendant Manuel Schöbel, erinnern an Herrn Herbert Barth (1903-1940), Frau Gertrud Hille (1899-1941) und das Mädchen Ursula Heidrich (1929-1945) – drei von über 20.000 psychisch Kranken, geistig Behinderten und mehrfach behinderten Menschen, die von 1939 bis 1945 den „Euthanasie“-Verbrechen in Sachsen zum Opfer fielen, weil ihr Leben den Nationalsozialisten als „unwert“ galt.

Die Gedenkveranstaltung ist den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet, soll aber gleichzeitig die künftigen Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Deshalb werden neben Überlebenden des Holocaust, Hinterbliebenen sächsischer „Euthanasie“-Opfer und Vertretern der Opferverbände auch zwei Schulklassen aus Dresden und Pirna unter den etwa 450 geladenen Gästen sein.

Hintergrund:

Der 27. Januar ist in der Bundesrepublik Deutschland nationaler Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Er wurde vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog 1996 proklamiert. Seit 2006 gedenken der Sächsische Landtag und die Sächsische Staatsregierung jedes Jahr an diesem Tag der Opfer mit einer gemeinsamen Veranstaltung im Plenarsaal des Sächsischen Landtags.