Sächsischer Landtag und Staatsregierung gedenken am 27. Januar 2011 der Opfer des Nationalsozialismus

Pressemitteilung 9/2011 vom 20.01.2011

Mit einer gemeinsamen Veranstaltung im Sächsischen Landtag gedenken das Parlament und die Staatsregierung am 27. Januar 2011 der Opfer des Nationalsozialismus.

Mit einer gemeinsamen Veranstaltung im Plenarsaal des Sächsischen Landtags gedenken das Parlament und die Staatsregierung am 27. Januar 2011 um 10 Uhr der Opfer des Nationalsozialismus. Die Gedenkveranstaltung ist den Opfern gewidmet, soll aber gleichzeitig die künftigen Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Aus diesem Grund werden neben Überlebenden des Holocausts und Vertretern der Opferverbände auch mehrere sächsische Schulklassen unter den 400 geladenen Gästen sein.

An die Ansprachen von Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler und Ministerpräsident Stanislaw Tillich schließt sich eine szenische Lesung des tjg.theater der jungen generation Dresden an, die auf dem Buch „Warum bist Du nicht vor dem Krieg gekommen?" der israelischen Schriftstellerin Lizzie Doron beruht. Die Autorin wird persönlich an der Gedenkveranstaltung teilnehmen.

Lizzie Doron erzählt in dem 1998 erschienen Buch anhand einzelner Episoden und Begebenheiten die Geschichte ihrer Mutter, einer Überlebenden des Holocausts, die sich nach Kriegsende konsequent weigert, über die schrecklichen Erlebnisse der Vergangenheit zu sprechen. Die Tochter leidet sehr unter diesem Schweigen, und das Verhalten der Mutter gibt ihr immer wieder Rätsel auf. Dennoch stellt die Tochter ihr keine Fragen. Erst nach dem Tod der Mutter recherchiert Lizzi Doron deren Leben und schreibt ihr vielbeachtetes Buch, das in Israel mittlerweile als Schullektüre empfohlen wird.

In der szenischen Lesung werden vier Darsteller verschiedene Erlebnisse aus Elisabeths (Name der Tochter im Buch) Kindheit im Tel Aviv der sechziger Jahre nachspielen. Die Theaterversion ist ursprünglich 2007 in Kooperation des theaters der jungen generation mit dem Deutschen Hygiene-Museum im Begleitprogramm der Ausstellung „Tödliche Medizin. Rassenwahn im Nationalsozialismus.“ entstanden.

Hintergrund:
Der 27. Januar ist in der Bundesrepublik Deutschland nationaler Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Er wurde vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog 1996 proklamiert. Seit 2006 gedenken der Sächsische Landtag und die Staatsregierung jedes Jahr an diesem Tag der Opfer mit einer gemeinsamen Veranstaltung im Plenarsaal des Sächsischen Landtags.