Erfolgreicher Auftakt für „Dresdner Gesprächskreise im Ständehaus“ - Friedrich Merz sprach über Folgen der Finanzkrise

Pressemitteilung 8/2011 vom 19.01.2011

Die neue Veranstaltungsreihe des Sächsischen Landtags „Dresdner Gesprächskreise im Ständehaus“ startete gestern Abend erfolgreich mit einem Vortrag des Finanzexperten Friedrich Merz. Vor 100 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft ging Merz in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins Atlantikbrücke der Frage „Amerika und Europa – Folgt der Finanzkrise die Staatskrise?“ nach.

„Ich habe diese Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, um vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit Ideen und Strategien aufzunehmen, auszutauschen und vor allem gemeinsam weiterzuentwickeln“, erläuterte Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler in seiner Begrüßungsansprache den Anspruch der Gesprächskreise. Inhaltliche Schwerpunkte der Gesprächsreihe seien die Schärfung des Bewusstseins unserer Identität, die Stärkung des Föderalismus und der Demokratie sowie Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit, betonte Rößler, bevor er das Wort an Friedrich Merz übergab.

„Terrorismus und die noch unbewältigten Folgen der Finanzkrise bestimmen in der Gegenwart die transatlantischen Beziehungen und stellen die gemeinsame Wertegemeinschaft vor eine neue Bewährungsprobe“, so Friedrich Merz in seiner Analyse. Die Finanzkrise 2008 habe keine globalen Gründe gehabt, sondern sei ein Spiegelbild der überbordenden Ausgabepolitik der privaten und öffentlichen Haushalte in den USA und Europa. „Wenn alle alles haben wollen, müssen alle alles bezahlen.“ Die größte Herausforderung bestehe für beide darin, ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den starken asiatischen Märkten zu bewahren, die zudem davon profitierten, dass in autoritären Systemen schnellere Entscheidungen als in parlamentarischen Demokratien getroffen werden können. Dies gelinge aber nur im Gleichklang zwischen den USA und Europa, prognostizierte Friedrich Merz. Gleichwohl bedürfe es dafür eines Europas, das mit einer geeinten Stimme spricht, damit es von den USA ernst genommen werde. Nach dem gut gelungenen Krisenmanagement der jüngsten Finanzkrise gelte es jetzt, alle Anstrengungen auf die Krisenprävention zu legen. Der Währungsunion mit der Einführung des Euros müsse endlich die Zusammenarbeit der europäischen Gemeinschaft in der Wirtschafts- und Finanzpolitik folgen, forderte Merz. „Ein großes Schiff liegt in unruhigem Wasser sicherer als viele kleine Schiffe“, plädierte der ehemalige Europaabgeordnete für ein starkes Europa.

Seine Thesen diskutierte Friedrich Merz im anschließenden Podiumsgespräch mit Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler; Sebastian Scheel, Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses im Sächsischen Landtag; Bodo Finger, Präsident der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e. V. sowie Dr. Dietmar Roth, Vorstandsvorsitzender der Roth & Rau AG. Forschung, Bildung und der Erhalt der Innovationsfähigkeit seien die richtigen Instrumente, um langfristig auf den globalen Märkten bestehen zu können, zeigten sich die Diskutanten weitgehend einig. Zudem gelte es, einen angemessenen Teil der Wertschöpfung im eigenen Land zu halten.

Im Rahmen der Veranstaltungsserie „Dresdner Gesprächskreise im Ständehaus“ ist geplant, dass der Präsident des Sächsischen Landtags künftig zwei bis drei Mal pro Jahr hochkarätige Persönlichkeiten nach Dresden einlädt, um Diskussionen über aktuelle gesellschaftspolitische Fragen anzustoßen. „Ich verstehe dies als meinen Beitrag zur Förderung des gesellschaftlichen Diskurses“, erläutert Dr. Matthias Rößler.