Jugendliche versprühen Demokratie – Neue Ausstellung zeigt Siegerbilder des Graffitiwettbewerbes „DemokratieVersprühen“

Pressemitteilung 58/2010 vom 09.06.2010

Gestern Abend eröffnete Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler die Ausstellung "DemokratieVersprühen" im Sächsischen Landtag. Die Schau ist bis zum 5. Juli 2010 zu sehen.

Im Sächsischen Landtag sind derzeit die Siegerarbeiten eines sachsenweiten Jugendwettbewerbes zu sehen. „DemokratieVersprühen“ war anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution gestartet worden und rief Jugendliche auf, sich mit der jüngsten deutschen Vergangenheit auseinanderzusetzen.

„Wir dürfen die Erfahrungen mit Unterdrückung und Diktatur nicht in Vergessenheit geraten lassen. […] Wir müssen uns zu jeder Zeit klar darüber sein, wozu ein fahrlässiger und verantwortungsloser Umgang mit den so schwer zu erringenden Gütern Freiheit und Demokratie führen kann“, betonte Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler während der Ausstellungseröffnung am Dienstagabend im Bürgerfoyer.

Gemeinsam mit Regina Schild, Leiterin der BStU-Außenstelle Leipzig, eröffnete der Präsident des Sächsischen Landtags die Schau vor zahlreichen Besuchern. „Hinter ‚DemokratieVersprühen’ steht ein sachsenweites Projekt zur Förderung von Toleranz und Demokratie“, erläuterte Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler in seinem Grußwort. „Zeitzeugen haben den Jugendlichen über ihre künstlerischen Möglichkeiten in der damaligen DDR und die Reaktionen seitens der Machthaber berichtet.“ Abweichungen von der staatlich verordneten Linie seien damals sanktioniert worden, erinnerte Rößler. Dennoch habe sich in der DDR eine zweite Ebene der gesellschaftlichen Kommunikation entwickelt, wobei die alternative Jugendkultur der achtziger Jahre eine zentrale Rolle gespielt habe. „Entstanden sind beeindruckende Bilder zum Thema Demokratie“, sagt Rößler mit Blick auf die jetzt im Landtag ausgestellten Werke.

An dem Wettbewerb beteiligten sich 97 Jugendliche zwischen 14 und 27 Jahren, die in Chemnitz, Plauen, Dresden, Bautzen und Leipzig gegeneinander antraten. Die besten Werke wurden von den Teilnehmern selbst ausgewählt und sind nun in der Ausstellung zu sehen.

Initiiert wurde das Projekt von sechs Institutionen in Sachsen, die sich  zusammengetan haben, um Jugendliche in ihrem direkten Umfeld abzuholen, um sich dann gemeinsam für demokratische Werte zu engagieren. Veranstalter sind die Stasi-Unterlagen-Behörde mit ihren drei sächsischen Außenstellen, die Leipziger Regionalstelle der Sächsischen Bildungsagentur, die Lehreinheit Fachdidaktik Geschichte des Historischen Seminars der Universität Leipzig, der Graffitiverein Leipzig e. V., die Gedenkstätte Bautzen sowie der Steinhaus e. V. Bautzen.

Die Ausstellung ist bis zum 5. Juli 2010, wochentags von 10 bis 18 Uhr sowie an den Wochenenden von 10 bis 16 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.