„20 Jahre Freistaat Sachsen. Traditionen und Perspektiven“ - Dreitägige Tagung in der Dreikönigskirche hat begonnen

Pressemitteilung 22/2010 vom 04.03.2010

20 Jahre sind seit der Wiederbegründung des Freistaates Sachsen vergangen. Anlässlich dieses Jubiläums hat heute in der Dreikönigskirche die Tagung „20 Jahre Freistaat Sachsen. Traditionen und Perspektiven“ begonnen. Bis Samstag werden zahlreiche namhafte Wissenschaftler auf Grundlagen und Entwicklungen des heutigen Freistaates Sachsen zurückblicken.

„Zwei Jahrzehnte nach der deutschen Wiedervereinigung blicken sie als berufene Zeugen und kompetente Interpreten der Zeitgeschichte  auf die Grundlagen unseres Bundeslandes zurück“ sagt Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler.

„Ein eigenständiger sächsischer Weg“ – Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler über die Anfänge der Wiedererrichtung des Freistaates Sachsen

Zu Beginn der Tagung erinnerte der Präsident des Sächsischen Landtags aus seiner Sicht als damals unmittelbar Beteiligter an die Anfänge und Entwicklungen, die schließlich zur Wiedereinrichtung des Freistaates Sachsen am 3. Oktober 1990 auf der Albrechtsburg zu Meißen führten. Anschaulich zeichnete er den sächsischen Weg von der Friedlichen Revolution zum demokratischen Neubeginn nach und würdigte insbesondere die Rolle der Runden Tische. „Zu den wichtigsten Leistungen des Runden Tisches des Bezirkes Dresden, in denen sich zugleich am deutlichsten die Auseinandersetzung zwischen alten und neuen Kräften widerspiegelte, sind seine Aktivitäten mit Blick auf das Thema Länderbildung zu zählen.“ Rößler betonte den eigenständigen sächsischen Weg: „Die aktive Gestaltung direkt aus dem sich bildenden Land heraus war nach meiner Überzeugung einmalig in den neuen Bundesländern.“ Höhepunkt sei schließlich die Wiedererrichtung des Freistaates Sachsen am 3. Oktober 1990 gewesen. Drei Wochen später, am 27. Oktober 1990, konstituierte sich der 1. Sächsische Landtag.

Ein Höhepunkt der Tagung ist die Podiumsdiskussion heute Abend, 19:00 Uhr. Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler wird dort mit Amtsvorgänger Erich Iltgen sowie Dr. Hans Geisler, Prof. Dr. Wolfgang Marcus, Arnold Vaatz und Antje Hermenau über „20 Jahre Freistaat“ diskutieren.

Die Vertreter der Medien sind herzlichen eingeladen.

„Wissen um Herkunft und Identität in die sächsische Öffentlichkeit tragen“

Das Jubiläum „20 Jahre Freistaat Sachsen“ hat der Sächsische Landtag gemeinsam mit weiteren Veranstaltern zum Anlass genommen, renommierte Wissenschaftler und Zeitzeugen zu einer Tagung einzuladen. „Ich persönlich verbinde mit dieser Tagung vor allem die Hoffnung, dass es uns gelingt, das Wissen um unsere Herkunft und regionale Identität über die Forschung hinaus in die sächsische Öffentlichkeit hineinzutragen.“

Der Sächsische Landtag veranstaltet die Tagung gemeinsam mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Verein für sächsische Landesgeschichte, dem Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung und dem Haus der Kirche. Mit dem Veranstaltungsort, der Dreikönigskirche, ist der Sächsische Landtag in besonderer Weise verbunden. Der Saal, in dem die Tagung stattfinden wird, nutzten die Abgeordneten des 1. Sächsischen Landtags ab der Konstituierung des Parlamentes am 27. Oktober 1990 für ihre Plenarsitzungen, bis 1993 der heutige Plenarsaal eingeweiht wurde.

Drei Tage lang werden u. a. Historiker, Politiker und Professoren den Weg der sächsischen Demokratie beleuchten und die Entwicklungen in allen wesentlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens bis an die Schwelle der Gegenwart nachzeichnen. Die einzelnen Vorträge sind zu insgesamt fünf Themenblöcken zusammengefasst: Landesgeschichte (4. März) Verfassung, Recht und Politik; Soziales, Wirtschaft, Bevölkerung (5. März) sowie Bildung und Wissenschaft und zum Schluss Geschichte und Aufarbeitung (6. März).