UNTER DRUCK - Aufatmen nach Jahrzehnten der Pressezensur: Ausstellung im Landtag über Zeitungen der Friedlichen Revolution

Pressemitteilung 66/2009 vom 28.10.2009

"UNTER DRUCK: Die Zeitungen der Friedlichen Revolution - Aufatmen nach Jahrzehnten andauernder Pressezensur" lautet der Titel der neuen Ausstellung, die ab 4. November 2009 im Landtag zu sehen ist. Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler und das Martin-Luther-King-Zentrum e. V. laden am 3. November 2009, um 18:00 Uhr, zur Vernissage in das Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags ein.

Das Martin-Luther-King-Zentrum e. V. zeigt im Sächsischen Landtag ab dem 4. November 2009 erstmals seine neue Wanderausstellung "UNTER DRUCK - Die Zeitungen der Friedlichen Revolution, Aufatmen nach Jahrzehnten andauernder Pressezensur".

Vernissage mit Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler am 3.11.2009, 18:00 Uhr

Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler und das Martin-Luther-King-Zentrum e. V. laden am 3. November 2009, um 18:00 Uhr, zur Vernissage in das Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags ein. Nach der Begrüßung durch den Landtagspräsidenten folgen Grußworte des Vorsitzenden des Martin-Luther-King-Zentrums e. V., Georg Meusel, sowie eines Vertreters der Sächsischen Staatsregierung. Die Jazz-Pop-Band "Land Über" aus Radebeul umrahmt die Ausstellungseröffnung musikalisch.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.

Die Ausstellung dokumentiert die Geschichte der Presse, den Kampf um die Pressefreiheit sowie Möglichkeiten, an der staatlichen Zensur vorbei dennoch unabhängige Informationen zu veröffentlichen. Offiziell fand in der DDR keine Zensur statt. In der Praxis reglementierte die SED-Führung das Zeitungswesen aber umfassend. Die stetige Angst vor Sanktionen gegen Medien und Journalisten sorgte für ein zuverlässiges Funktionieren der „Schere im Kopf“.

Mit handvervielfältigten Periodika, nach den in der Sowjetunion verbreiteten im ‚Selbstverlag’ erschienenen Blättern ‚Samsisdat’ genannt, brachten gesellschaftliche Gruppen und die Kirche alternative Gedanken unter die Menschen. Eine Sonderrolle nahmen die Kirchenzeitungen ein. Deren Redakteure konnten zunächst frei berichten, sahen sich später jedoch auch mit zunehmenden Eingriffen des Staatlichen Presseamtes konfrontiert. So erschienen Ausgaben mit weißen Flecken, weil Artikel gestrichen worden waren. Mehrfach wurde die komplette Ausgabe einer Kirchenzeitung verboten.

Während der Friedlichen Revolution gründeten sich dann innerhalb kürzester Zeit zahlreiche parteiunabhängige Zeitungen – DDR-weit insgesamt 43 bis zur Volkskammerwahl am 18. März 1990. Als erste unabhängige Zeitung in Sachsen erschien ab dem 5. Januar 1990 das „Werdau-Crimmitschauer Wochenblatt“ mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren.


Martin-Luther-King-Zentrum für Gewaltfreiheit und Zivilcourage Werdau

Das Martin-Luther-King-Zentrum für Gewaltfreiheit und Zivilcourage mit dem Archiv DDR-Bürgerbewegung entstand 1998 auf Initiative von Vertretern der Friedensbewegung und der Konfliktforschung aus Ost- und Westdeutschland sowie von engagierten Jugendlichen vor Ort. Es hat seinen Sitz im „Torbogenhaus” in Werdau-West.

Das Martin-Luther-King-Zentrum e. V. versteht sich als eine Initiative der Friedens- und Bürgerbewegung und der Aufarbeitung von DDR-Oppositionsgeschichte mit regionalem und überregionalem Arbeitsfeld. Es knüpft an das Gedankengut der gewaltfreien Konfliktlösung Martin Luther Kings an, wovon seinerzeit viel in die Friedens- und Bürgerbewegung in beiden deutschen Staaten bis hin zur Friedlichen Revolution in der DDR eingeflossen ist. Am Beispiel des „aufrechten Gangs“ in der DDR 1989 möchten die Mitglieder zu Einmischung, Zivilcourage und Entwicklung von Bürgergesellschaft ermutigen. Das Martin-Luther-King-Zentrum bietet Bildungs- und Begegnungsmöglichkeiten an, insbesondere für Jugendliche.

Kontakt: Martin-Luther-King-Zentrum, Am Torbogen 5, 08412 Werdau, Tel./Fax: (0 37 61) 76 02 84/76 03 04 oder per Mail info@martin-luther-king-zentrum.de.

Besuch der Ausstellung im Landtag

Die Ausstellung ist vom 4. November bis 16. Dezember 2009 montags bis freitags von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr sowie samstags und sonntags von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtages, Bernhard-von-Lindenau-Platz 1, 01067 Dresden, zu sehen. Der Eintritt ist frei.