Landtag und Staatsregierung gedenken gemeinsamen der Opfer des Nationalsozialismus

Pressemitteilung 8/2018 vom 24.01.2018

Der Sächsische Landtag und die Staatsregierung des Freistaates Sachsen haben am Mittwoch mit einer gemeinsamen Veranstaltung im tschechischen Terezin der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

An der Zeremonie in der Gedenkstätte des ehemaligen Ghettos und Konzentrationslagers Theresienstadt nahmen Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler, Ministerpräsident Michael Kretschmer, Abgeordnete des Landtags, Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs, Vertreter der jüdischen Gemeinden und Gedenkstätten im Freistaat sowie hochrangige Vertreter des tschechischen Parlaments und der tschechischen Regierung teil. Mit dabei waren auch Schüler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Pirna und der Evangelischen Oberschule Gersdorf. 

Unter den Ehrengästen war auch die langjährige Vorsitzende des Vereins der ehemaligen Häftlinge des Ghettos Theresienstadt, Dagmar Lieblová. Wie sie sprachen auch ein Schüler aus Sachsen und einer aus Tschechien, die beide das bilinguale Schiller-Gymnasium besuchen, Worte des Erinnerns und des Mahnens. 

Daran schloss sich eine Kranzniederlegung an der Stele auf dem Nationalfriedhof an. Zahlreiche Gäste legten an der Stele weiße Rosen nieder.

Anlässlich des Gedenkens mahnte Landtagspräsident Rößler: „In einer Zeit, in der in Europa das Erlebniswissen über Diktatur und Gewaltherrschaft schwindet und demokratische Freiheit selbstverständlich scheint, dürfen wir das Gespür für die Gefahren von Willkür und Unfreiheit nicht verlieren. Gedenkstätten wie Theresienstadt mahnen uns, Rassismus, Antisemitismus und Extremismus energisch entgegenzutreten, auf dass nie wieder geschieht, was nie hätte geschehen dürfen.“

Ministerpräsident Kretschmer betonte: „Das unermessliche Leid der Opfer des Holocausts ist unvergessen. Sie mahnen uns, niemals zu vergessen, wohin es führen kann, wenn die Demokratie verschwindet und wenn die Würde des Menschen nichts mehr zählt. Deshalb müssen wir uns unserer Verantwortung immer wieder neu stellen und die Erinnerung wachhalten. Denn das Wissen um unsere eigene Geschichte ist wichtig. Es hilft uns zu verstehen, dass unsere grundlegenden Werte, dass Freiheit und Demokratie nichts Selbstverständliches sind, sondern bewahrt und verteidigt werden müssen.“


Hintergrund: 
Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 ist der offizielle Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Der Sächsische Landtag und die Staatsregierung würdigen diesen Tag seit 2006 jedes Jahr mit einer gemeinsamen Gedenkstunde, in diesem Jahr erstmals außerhalb Sachsens. 
Der 27. Januar fällt in diesem Jahr auf einen Samstag. Für Menschen jüdischen Glaubens ist der Samstag, der Sabbat, ein Tag der Arbeitsruhe. Daher wurde die Gedenkveranstaltung auf den 24. Januar 2018 vorgezogen.