Gemeinsame Tagung der Sorbenräte Brandenburgs und Sachsens

Pressemitteilung 39/2016 vom 02.05.2016

Am Montag, dem 2. Mai 2016, trafen sich der Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden des Landtages Brandenburg und der Rat für sorbische Angelegenheiten im Freistaat Sachsen zum Erfahrungsaustausch im Sächsischen Landtag in Dresden.

Schwerpunkt der Sitzung war der Austausch zur Thematik der Wirksamkeit  des Sorben/Wendengesetzes des Landes Brandenburg und des Sächsischen Sorbengesetzes.

Der Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden des Landtages Brandenburg wird den aktuellen Prozess der Erstellung des Landesplanes zur Stärkung der niedersorbischen Sprache begleiten. Der Sorbenrat in Sachsen sieht im Mittelpunkt seiner Arbeit nach wie vor die konsequente Umsetzung des für den Freistaat Sachsen bereits beschlossenen Maßnahmenplanes zu Belebung und Gebrauch der sorbischen Sprache. Beide Maßnahmenpläne sind für den Erhalt der Sprachen für das sorbische Volk von entscheidender Bedeutung.

In der Diskussion wurden die besonderen Bemühungen in Brandenburg mit Blick auf die notwendigen Entscheidungen zum Siedlungsgebiet deutlich und gewürdigt. Auch wenn in Sachsen das Siedlungsgebiet gesetzlich festgeschrieben ist bleibt die ständige Kommunikation mit den Kommunen unverzichtbar.

Die anwesenden Landtagsabgeordneten sprachen sich dezidiert für die weitere Zusammenarbeit und Unterstützung aus.

Die Sorbenräte sind sich einig, den kommunalen Wettbewerb zum Erhalt der sorbisch/wendischen Sprache zum 3. Mal durchzuführen. Sie einigten sich auf die parallele Laufzeit des Wettbewerbs in Brandenburg und Sachsen von April 2017 bis Mai 2018.

Des Weiteren haben sich die Ratsmitglieder mit der Ausbildung des sorbisch/wendischen pädagogischen Fachpersonals auseinander gesetzt. Der muttersprachliche Bedarf an Erziehern, Lehrern und Sozialpädagogen ist erheblich. Die Räte fordern sichere Perspektiven. Mehraufwendungen in der täglichen praktischen Arbeit der Pädagogen sind z.B. durch Stundenerlass auszugleichen. Ebenso ist die Zusicherung von Referendarstellen und Einstellungsgarantien notwendig. Der Bedarf an Pädagogen sollte auch über den zweiten Bildungsweg abgesichert werden können.

Die Fortsetzung der Braunkohlesanierung ist nach Ansicht der Räte maßgeblich für die Perspektive der Lausitz und damit des sorbischen Volkes.

Hintergrund:
Die gemeinsame Beratung wurde vom Vizepräsidenten des Sächsischen Landtags, Herrn Horst Wehner, eröffnet. Sie fand in Anwesenheit der sorbenpolitischen Sprecher der Fraktionen beider Landesparlamente sowie der Regierungsbeauftragten für sorbisch-wendische Angelegenheiten des Landes Brandenburg und des Freistaates Sachsen statt.