Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus mit Dr. Charlotte Knobloch – Gedenkveranstaltung im Parlament am 27. Januar 2016

Pressemitteilung 5/2016 vom 21.01.2016

Mit einer gemeinsamen Veranstaltung gedenken der Sächsische Landtag und die Staatsregierung am Mittwoch, dem 27. Januar 2016 um 10:00 Uhr im Sächsischen Landtag (Plenarsaal) der Opfer des Nationalsozialismus.

Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler und Staatsminister Martin Dulig, stellvertretender Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, werden zu Beginn der Gedenkstunde Grußworte an die mehr als 300 Gäste richten. Neben Repräsentanten aus Politik und öffentlichem Leben werden auch viele Vertreter von Opferverbänden sowie Bürgerinnen und Bürger erwartet. Zu den Gästen gehört außerdem eine sächsische Schulklasse des Romain-Rolland-Gymnasiums Dresden.

Gedenkrednerin Dr. Charlotte Knobloch
Die Gedenkrede hält in diesem Jahr Frau Dr. Charlotte Knobloch. Sie ist seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. In den Jahren 2006 bis 2010 stand sie an der Spitze des Zentralrates der Juden in Deutschland. Von 2005 bis 2013 war sie zudem Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses. Geboren 1932 in München, überlebte Charlotte Knobloch den Nationalsozialismus bei einer katholischen Familie in Franken. Nach dem Krieg kehrte sie in ihre Geburtsstadt zurück, deren Ehrenbürgerin Charlotte Knobloch seit 2005 ist.

Synagogenchor Dresden
Der Synagogenchor Dresden umrahmt die Gedenkveranstaltung musikalisch. Die Anfänge des Chores reichen bis in die 1960er Jahre zurück. Neben der regelmäßigen musikalischen Gestaltung der Schabbat- und Feiertagsgottesdienste in Dresden und Chemnitz nimmt seit einigen Jahren die Konzerttätigkeit einen immer größeren Raum ein. Da der Chor aus gottesdienstlichem Wirken hervorgegangen ist, fühlt er sich vor allem der synagogalen Musik verpflichtet. Zum Repertoire gehören Werke der wichtigsten Vertreter der Synagogalmusik des 19. und 20. Jahrhunderts im Original bzw. in chorspezifischen Bearbeitungen. Auch modernen israelischen Komponisten widmet der Chor viel Aufmerksamkeit.

Hintergrund
Der 27. Januar ist in der Bundesrepublik Deutschland nationaler Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Er wurde vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog 1996 proklamiert. Seit 2006 gedenken der Sächsische Landtag und die Staatsregierung jedes Jahr an diesem Tag der Opfer mit einer gemeinsamen Veranstaltung im Plenarsaal des Sächsischen Landtags.