27.Januar 2015: Landtag und Staatsregierung erinnern mit Gedenkkonzert an die Opfer des Nationalsozialismus

Pressemitteilung 5/2015 vom 20.01.2015

Mit einer gemeinsamen Veranstaltung im Plenarsaal des Sächsischen Landtags gedenken das Parlament und die Staatsregierung gemeinsam mit mehr als 350 Gästen am Dienstag, dem 27. Januar 2015, um 10 Uhr der Opfer des Nationalsozialismus.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht - neben den Ansprachen von Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler und dem stellvertretenden Ministerpräsidenten des Freistaates Martin Dulig - ein Gedenkkonzert, das die Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden (NJK) unter der Leitung von Michael Hurshell gestaltet.

Die Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden spielt hauptsächlich Werke von Komponisten jüdischer Herkunft, die bis heute sehr selten oder gar nicht aufgeführt werden und die somit vor dem Vergessen bewahrt werden sollen. Die Kammerphilharmonie wird Kompositionen von Marc Lavry, Franz Schreker, Alexander Zemlinsky, Erich W. Korngold und Felix Mendelssohn Bartholdy aufführen. Schüler vom Landesgymnasium für Musik Dresden Carl Maria von Weber werden in das Konzert einführen.

Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Termin: 27.1.2015, 10 Uhr
Ort: Sächsischer Landtag, Plenarsaal, Bernhard-von-Lindenau-Platz 1

Die Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen

Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden
Seit November 2007 hat die Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden, ein Streichorchester mit 23-30 jüdischen und nicht-jüdischen professionellen Musikern in bisher 50 Konzerten 23, in der Nazizeit verfemte, verfolgte oder ermordete europäische Komponisten jüdischer Herkunft z.T. nach Jahrzehnten im In- und Ausland wieder zu Gehör gebracht. Die Komponisten sind überwiegend im deutschsprachigen Raum ausgebildet worden, ihre Werke sind zutiefst europäische Musik. Das Ensemble hat somit ein europaweit einzigartiges Profil.

Dirigent Michael Hurshell gründete das Ensemble 2007 gemeinsam mit Dresdner Musikern. Er ist Dozent für Dirigieren an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und hält auch Vorlesungen und Seminare an der TU Dresden. Er ist der Kurator der multimedialen Dauerausstellung zu Richard Wagner im restaurierten Barockschloss Graupa. Er trat als Gastdirigent u.a. an der Deutschen Oper am Rhein, bei der Slowakischen Staatsphilharmonie, der Nationalphilharmonie Warschau und bei internationalen Festivals auf.

Landesgymnasium für Musik Dresden Carl Maria von Weber
Das sächsische Landesgymnasium für Musik Carl Maria von Weber ermöglicht hochbegabten jungen Musikern neben dem Abitur eine professionelle Ausbildung am Musikinstrument. Im Rahmen des Faches Musikgeschichte setzen sich Schüler immer wieder mit Musikern auseinander, die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten verfolgt oder verfemt waren. Diese Beschäftigung führte in der Vergangenheit zu wichtigen Impulsen im Konzertprogramm, Vorträgen über „verfemte“ Komponisten und unterstützt nicht zuletzt die Verbindung zur Partnerschule in Israel, dem Horowitz-Konservatorium in Karmiel.

Hintergrund
Der 27.Januar ist in der Bundesrepublik Deutschland nationaler Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Er wurde vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog 1996 proklamiert. Seit 2006 gedenken der Sächsische Landtag und die Staatsregierung jedes Jahr an diesem Tag der Opfer mit einer gemeinsamen Veranstaltung im Plenarsaal des Sächsischen Landtags.