Forum Mitteleuropa beim Sächsischen Landtag

Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler

Ich habe die Initiative zur Gründung des "Forum Mitteleuropa beim Sächsischen Landtag" ergriffen, um den Prozess der Zusammenarbeit hier bei uns in Mitteleuropa voranzutreiben.

Ich bin dabei von der Überlegung ausgegangen, dass Sachsen über Jahrhunderte in der mitteleuropäischen Geschichte eine bedeutende Rolle gespielt und die Entwicklung des gesamten mitteleuropäischen Raumes mitgeprägt hat. Durch die Trägerschaft des Sächsischen Landtags als Repräsentationsorgan der Bürgergesellschaft wird deren Stärkung auf mitteleuropäischer Ebene ins Zentrum der Arbeit gerückt.

Das Forum will sich in seiner Arbeit den Fragen annehmen, die für die Zukunft Mitteleuropas in der Europäischen Union von zentraler Bedeutung sind. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Gründung des "Forum Mitteleuropa beim Sächsischen Landtag" nicht nur einen Schritt in die richtige Richtung darstellt, sondern als Grundlage des bürgergesellschaftlichen Dialogs über Länder hinweg notwendig ist.

Das "Forum Mitteleuropa beim Sächsischen Landtag" stärkt das Bewusstsein von der mitteleuropäischen Verbundenheit in der Region und würdigt die freiheitsfördernde Leistung der mitteleuropäischen Bürgergesellschaft. Es entwickelt die spezifisch mitteleuropäische Sicht auf Themenfelder und wirbt dafür in anderen europäischen Regionen und bei Entscheidungsträgern auf allen Ebenen.

Das "Forum Mitteleuropa beim Sächsischen Landtag" will

  • eine Plattform für Austausch und Miteinander bieten,
  • den Dialog zwischen verschiedenen Gesellschaftsgruppen befördern,
  • Ideen sammeln und Vernetzung unterstützen sowie
  • Denk- und Handlungsanstöße liefern

und somit mitteleuropäische Antworten auf gesamteuropäische Fragen finden.

Das "Forum Mitteleuropa beim Sächsischen Landtag" folgt der identitäts- und freiheitsbezogenen Mitteleuropaidee aus der Zeit der europäischen Freiheitsrevolutionen von 1989/90. Mitteleuropa steht dabei für plurale Vielfalt in einem Raum großer Kulturzentren und historisch gewachsener Regionen. Es ist der Inbegriff von Bürgerfreiheit ohne Zwangszentrum oder Zwangsordnung. Dieses neuakzentuierte Verständnis von Mitteleuropa anerkennt die nationale Vielfalt und geht von einem partnerschaftlichen Miteinander der größeren und kleineren Staaten der Region aus - auch beim gemeinsamen Bemühen um die Zukunftsgestaltung der Europäischen Union.