Stahlskulptur im Innenhof

Künstler: David Rabinowitch, New York, Titel: Sequenced Conic Constructions in Three Domains, Entstehungsjahr: 1995

Zum Künstler

David Rabinowitch wurde 1943 in Toronto geboren. Bereits im frühen Alter befasst er sich mit Malerei, Literatur und Philosophie. Später wuchs sein Interesse für die Bildhauerei. Ab 1963 studierte er Naturwissenschaften und englische Literatur in London. Seine Experimente mit verschiedenen Materialien und Techniken führen zur vorrangigen Auseinandersetzung mit der Gestaltung mehrteiliger Stahlskulpturen. Sein Schaffensbereich verlagert sich zunehmend auch nach Europa. Er erhält mehrere Stipendien und lehrt an verschiedenen Universitäten, u. a. an der Kunstakademie Düsseldorf. Sein umfangreiches Werk erfuhr in Veröffentlichungen und vielseitigen Ausstellungen internationale Anerkennung.

Zum Kunstwerk

Die flachliegende Stahlskulptur „Sequenced Conic Constructions in Three Domains“ gehört in die Werkgruppe der „sequenced conic sculptures“, die der Künstler selbst als seine bedeutsamste betrachtet. Eine Arbeit aus dieser Werkgruppe ist beispielsweise auf dem Platz Dauphine in Paris installiert. Andere sind in bedeutenden Museen ausgestellt. Die im Innenhof des Landtags installierte Arbeit war ursprünglich ein Auftragswerk der Städtischen Kunstsammlungen Chemnitz. Die damalige Direktorin der Kunstsammlungen, Frau Dr. Susanne Anna, schreibt dazu:

„Zwischen den drei elliptischen Bodenplatten, aus denen die Arbeit besteht und deren jede wiederum nach einem streng geometrischen Verfahren rechtwinklig, elliptisch und parabelförmig zertrennt ist, bestehen zahlreiche gedankliche Verbindungen, die sie als Einheit ausweisen: ihre Installation jeweils exakt nach der Himmelsrichtung, ihre Zerlegung in die Primzahlen 13 - 17 - 13, die ihnen immanente Spannung zwischen horizontaler Lage und vertikal erfolgten Schnitten, schließlich der genau kalkulierte Abstand zwischen ihren Einzelteilen zum Gesamtraum transzendieren einen übergeordneten, kosmologischen Bezug.

Der Innenhof des neuerbauten Sächsischen Landtags, dessen Transparenz nicht nur für ein ästhetisches, sondern auch für ein ethisches Programm steht, bildet den optimalen Rahmen dieser Skulptur, erlauben doch die Ausblicke aus den verschiedenen Etagen und Himmelsrichtungen des Landtags immer neue Ansichten auf die Skulptur und damit Einsichten in ihre Struktur. Damit aber kann der Geist dieses Kunstwerkes, der für die unangefochtene Freiheit des Denkens und für den universalen Anspruch auf Humanität als Ausdruck des Menschseins an sich steht, in dialogischen Austausch treten zum Ort seiner Präsentation.“