Projekt Landtag

Mit der Konstituierung des Sächsischen Landtags am 27. Oktober 1990 entstand die dringliche Frage nach der künftigen Unterbringung des Parlaments. Anfang 1991 beschloss die Staatliche Bauverwaltung die Auslobung eines Architektenwettbewerbes mit der Zielsetzung, auf dem Standort Devrientstraße/Holländische Straße die baulichen und gestalterischen Möglichkeiten der Unterbringung des Parlaments nachzuweisen.

Der neue Elbflügel des Landtags und im Vordergrund der architektonische Schwerpunkt des Neubaus - der unter einen quadratischen Dach gelegene Plenarsaal mit Glasfassade

Eine geschwungene Wand aus Ahornholz trennt Lobby und Plenarsaal mit Gästetribüne optisch und akkustisch voneinander.

Zu diesem beschränkten Realisierungswettbewerb waren 12 Architekten bzw. Arbeitsgemeinschaften eingeladen worden. Das Preisgericht vergab den 1. Preis an Prof. Peter Kulka und Mitarbeiter. Für den Siegerentwurf sprach eine überzeugende städtebauliche Lösung, die ablesbare Funktionalität und die erkennbaren Voraussetzungen für eine schnelle Realisierung. Dieser erste Wettbewerb der Staatlichen Bauverwaltung brachte die Entscheidungssicherheit für die Bebauung und Nutzung des Standortes durch das sächsische Parlament.

Der Landtagsneubau ordnet sich zurückhaltend in den Elberaum ein. Seine Architektur besticht durch Transparenz und eine klare Formensprache. In Verbindung mit edlen Ausbaumaterialien entsteht ein Bauensemble, das der Würde des Parlaments entspricht. Der sanierte Altbau spielt mit Gestaltungselementen des Neubaus und auch die Platzgestaltung vor dem Landtag vermittelt Kulkas Architektursprache. Die Landtagsbauten sind der „klassischen Moderne“ zuzuordnen.

Der Architekt Peter Kulka wurde 1937 in Dresden geboren. Nach einer Maurerlehre studierte er Architektur an der Hochschule Berlin-Weißensee. 1965 flüchtete er in den Westen, wo er seit 1969 als selbstständiger Architekt tätig ist. Seine Berufung als Universitätsprofessor an die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen erfolgte 1989. Seit 1991 unterhält er ein Architekturbüro in Dresden.

Feierliche Grundsteinlegung für den neuen Plenarsaal am 19. Mai 1992. In den Händen des damaligen Landtagspräsidenten Erich Iltgen: eine Kassette mit Tageszeitungen, Münzen, Verfassungsentwurf und Erinnerungsurkunde.

Die Bauten des Landtags gliedern sich in drei Bauabschnitte

1. Die Neubauten:
Baubeginn war am 1. Oktober 1991, die Fertigstellung am 12. Februar 1994. Die Neubauten bestehen aus dem Plenarsaal, dem Öffentlichkeitsbereich im Gebäudeteil Elbflügel sowie dem Bürobereich im Packhofflügel und in der „Brücke“. Die Neubauten sind für Technikräume und Pkw-Stellplätze unterkellert.
 

2. Rekonstruktion Altbauten:
Baubeginn war am 1. Februar 1995, die Fertigstellung am 28. Februar 1997. Im Altbau wird der Bürobedarf für die Fraktionen und die Landtagsverwaltung abgedeckt. Kantine, Bibliothek und Fraktionssäle sind weitere Nutzungsbereiche.
 

3. Landtagsvorplatz:
Baubeginn war am 15. September 1999, die Fertigstellung am 22. Dezember 1999. Der Platz wurde über einer Tiefgarage errichtet. Er gestaltet den öffentlichen Raum zwischen Semperoper und Landtag.