Architektur

Die Architektur des Landtagsneubaues und deren Fortsetzung in der Sanierung und Erweiterung des Altbaues sind einer Schaffensperiode Peter Kulkas zuzuordnen, die sich frei von Probieren und Experimentieren durch eine das Landtagsgebäude charakterisierende Klarheit, Schlichtheit und Konsequenz in der Architektursprache auszeichnet.

Die vornehme Zurückhaltung, mit der sich die Gebäudeanlage im Elbe-Raum einordnet, widersteht jeglicher Versuchung, den umgebenden Solitärbauten Konkurrenz zu bieten bzw. den inneren Nutzungszweck als Parlamentsbau in übertriebener Weise nach außen zu präsentieren.

Der Stahlbau mit seinen großen Glasflächen zwingt das einem Parlament gut zu Gesicht stehende Thema „Transparenz“ förmlich auf. Der auch kühl und nüchtern wirkende Bau ermöglicht dadurch die sehr belebende Einbeziehung der Landschaft in das Raumerlebnis.

Funktionalität und Materialsichtigkeit der Architektur erwachsen aus dem Bedürfnis Kulkas, nichts zu überdecken und zu verkleiden. Durch die Wahl edler Materialien und die konsequente Formensprache wird trotzdem ein vornehmer Gesamteindruck erreicht, der der Würde und dem Anspruch des Parlaments in überzeugender Weise entspricht.

Der Altbau, in erster Linie eine Sanierungsaufgabe, trägt insbesondere dort, wo mit Nutzungsänderungen und -erweiterungen Eingriffe in die Altbausubstanz gewollt waren, die deutliche Handschrift Kulkas. Gestaltungselemente und Details aus dem Neubau kehren im Altbau wieder. So ergibt sich ein reizvolles Zusammenspiel von Formen, Farben und Materialien in äußerlich recht unterschiedlichen Gebäudeteilen.

Ihre Fortsetzung findet die Architektursprache Kulkas in der Gestaltung des Platzes vor dem Landtag. Charakteristisch dafür sind die strenge Aufteilung des Platzes in Flächenbereiche mit unterschiedlichem Materialeinsatz und die den Platz belebenden Hochbauelemente, die wiederum den unmittelbaren Bezug zum Neubau vermitteln.

Die Landtagsbauten sind der „klassischen Moderne“ zuzuordnen.