10. Jugend-Redeforum
Seit dem Jahr 2003 findet das Jugend-Redeforum jährlich am ersten Wochenende im November im Sächsischen Landtag statt. Immer mehr Jugendliche finden den Mut, ihr Redetalent öffentlich unter Beweis zu stellen. Am 10. November 2012 waren es 32 Schülerinnen und Schüler aus Sachsen, Thüringen und Brandenburg, die um die ersten drei Preise rangen. Es war die zehnte Auflage des Wettbewerbs.
Eine Gabe, die man nutzen muss
Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler, der Schirmherr der Veranstaltung, wird nicht müde zu betonen, wie wichtig es ist, seine rhetorischen Fähigkeiten zu schulen und im Bereich der Rede und Gesprächsführung unter Beweis zu stellen. Der möglichst frei vorgetragenen Rede kommt eine entscheidende Rolle im Parlamentarismus und in der Demokratie zu.
Der Wettbewerb um Redekunst und überzeugendes Auftreten bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen zu vergleichen und zu testen, wie man mit der Anwesenheit von Publikum und Zeitdruck umgehen kann. Der Debattierclub in der Schule ist eine gute Übungsplattform, aber der Ernstfall wird im Landtag geprobt.
Am Vormittag diskutierten 32 Teilnehmer im Alter zwischen 14 und 19 Jahren in sechs Gruppen von fünf bis sechs Schülern. Die Themen aus Politik, Gesellschaft oder dem eigenen Leben werden kurz zuvor bekannt gegeben. Nach einer fünfminütigen Vorbereitungszeit folgt eine fünfzehnminütige Diskussionsrunde. Ein sehr aktuelles Thema „Piratenpartei - neue Lust auf Politik?“ bewegte die Gemüter der Teilnehmenden aus den 11. Klassen. Die Jugendlichen aus den 8., 9. und 10. Klassen setzten sich mit der Problematik „Cyber-Mobbing - wo hört freie Meinungsäußerung auf?“ auseinander. Auch der spannenden Frage „"Posten" oder Reden? Wie verändert sich unsere Kommunikation?“ haben sich die netzaffinen jungen Menschen gerne angenommen.
Die achtköpfige Jury, Vertreter der Medien und Fachleute der PR, des Verbandes der Redenschreiber deutscher Sprache und des Debattierclubs der TU Dresden hatten alle Mühe sich zu entscheiden, wem die höchste Punktezahl (eins bis sechs) zusteht. Die Profis der Redekunst halten sich an Bewertungskriterien, wie z. B. Ausdrucksfähigkeit, Wissen und Struktur, Körpersprache und soziale Kompetenz. Aber auch diese Anhaltspunkte machten die Entscheidung nicht leicht.
Aus jeder Gruppe gingen drei Gewinner hervor, die am Nachmittag zu Einzelkämpfern wurden. Aber vorher stand die mittägliche Stärkung auf dem Programm sowie das Jugendkabarett der Leipziger Pfeffermühle. Ihr kurzer Auftritt lockerte die Stimmung auf, bevor es wieder Ernst wurde.
Wir konnten uns auf 18 Einzelvorträge freuen. Wiederum wurden jedem Aspiranten fünf Minuten Vorbereitungszeit zugestanden, um den Zuhörern Themen wie „Arabischer Frühling - Demokratie auf dem Vormarsch?“, „Euro gleich Europa - was macht uns Europäer aus?“ oder „Bin ich bereit Organe zu spenden?“ in drei Minuten überzeugend darzulegen. Ob das auf eine originelle, eine informell-sachliche Art geschah oder persönliche Erfahrungen wiedergegeben wurden, blieb natürlich ganz dem Vortragenden überlassen. Das Publikum belohnte jeden Redner mit großem Beifall, auch wenn es nicht ganz optimal gelaufen war, denn das Auditorium bewunderte in jedem Fall den Mut derer, die sich so exponieren.
Nach einer guten Stunde waren alle Kurzreden gehalten und die Jugendlichen konnten entspannt bei Kaffee und Kuchen über ihre Empfindungen am Rednerpult berichten. Währenddessen zogen sich die Juroren zur Beratung ins stille Kämmerlein zurück, um in einer hitzigen Debatte die drei Ersten festzulegen. Dass sie es sich nicht leicht machten, zeigte schon die Länge der Zeit, bis endlich „weißer Rauch“ aufstieg.
Die Preisverleihung wurde vom Vorsitzenden des Verbandes der Redenschreiber deutscher Sprache, Dr. Vazrik Bazil, vorgenommen. Jeder Vortragende erhielt ein kleines Geschenk und eine Urkunde für seine Teilnahme. Übrig blieben die drei Gewinner des Tages, die vom Publikum gefeiert wurden. Ihr Lohn ist ein Seminar, in dem sie von einem Profi der Redekunst unterrichtet werden und mit individuellen Tipps ihr rhetorisches Talent schulen können.
In diesem Jahr wurde erstmalig ein Publikumspreis vergeben, den der Zweitplatzierte Kurt Woischytzky vom Schiller-Gymnasium in Weimar erhielt.
Die drei Erstplatzierten des 10. Jugend-Redeforums:
- 1. Platz: Katharina Friedek, Elsterschloss-Gymnasium Elsterwerda
- 2. Platz: Kurt Woischytzky, Schiller-Gymnasium Weimar
- 3. Platz: Martin Kümmel, Mittelschule Nünchritz
Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen erteilen:
Veranstaltungen, Besucherdienst
Herr Hans-Peter Maier, Frau Helga Kemper
Telefon: 0351 493-5130, 0351 493-5131




