Unterbringung von Asylsuchenden - "Heim-TÜV"
Die menschenwürdigere Unterbringung von Asylssuchenden in Sachsen ist ein zentrales Anliegen. Um die Bedingungen systematisch zu erfassen, wurde eine Methode erarbeitet - der "Heim-TÜV". Methode und Untersuchungsergebnisse werden hier vorgestellt.
Wie werden Gemeinschaftsunterkünfte eingeschätzt?
Entscheidende Kriterien sind die Wahrung der Menschenwürde und die Mitmenschlichkeit im Umgang mit den Asylsuchenden. Die Wahrung der Menschenwürde ist eine grundgesetzliche Verpflichtung und entspricht unseren eigenen humanitären Werten.
- vergleichbar
- transparent
- systemisch
Der „Heim-TÜV“ erfasst und bewertet die Unterbringungsbedingungen Asylsuchender in Heimen. Die Situation wird anhand von zehn Faktoren mit insgesamt 46 Fragen erfasst. Unterbringungsbehörden, Betreiber, Heimleiter und Bewohner werden dabei einbezogen. Die Bewertungen werden mit einem Ampelsystem sichtbar gemacht.
Methode, Fragenkatalog und Bewertungsschema sind auf andere Bundesländer übertragbar und können an regionale Besonderheiten angepasst werden.
Grundsätzlich besteht der Ausländerbeauftragte auf einer Neuorientierung im Umgang mit Asylsuchenden. Asylsuchende sind Mitmenschen und haben ein Recht auf soziale Inklusion in unserer Gesellschaft, so lange sie bei uns leben. Sie sollten die Gelegenheit bekommen, sich als Menschen in unsere Gesellschaft einzubringen, ob als Eltern in der Schule, als Mitglieder in Migrantenbeiräten, in gemeinnützigen Vereinen oder bei anderen Aktivitäten.
Mitmenschen im Schatten - "Heim-TÜV" 2011 über das Leben in sächsischen Gemeinschaftsunterkünften
Innerhalb von 18 Monaten besuchte der Sächsische Ausländerbeauftragte 30 Gemeinschaftsunterkünfte in Sachsen zweimal. Mit dem „Heim-TÜV“ für Gemeinschaftsunterkünfte wurden die Gegebenheiten in den Heimen systematisch erfasst und ausgewertet. Die regional Beteiligten wurden eingebunden. Alle Gemeinschaftsunterkünfte wurden über ein Ampelsystem von grün für angemessen bis rot für unangemessen eingeschätzt. Sie erhielten konkrete Anregungen für realisierbare Verbesserungen.
Die Betrachtung des Gesamtsystems der Unterbringung zeigt, dass viele Probleme systemischer Natur sind. Es gibt also nicht nur eine Lösung oder eine Ursache.Das gesamte System der Unterbringung ist im Blick. Der Bericht zeigt Wege zu Verbesserungen, die langfristig im Interesse aller sind.
Aus der Analyse entstanden 20 systemische Empfehlungen für eine menschenwürdige Gestaltung der Unterbringung.
Repression und Vergrämungsstrategie sind mit einem menschenwürdigen Umgang nicht zu vereinbaren. Außerdem führen sie bei den Bewohnern zu Desorientierung und gesteigerter Aggression gegen sich selbst, gegen andere und gegen die Gesellschaft.




