Runder Tisch Anerkennung
Der „Runde Tisch Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse“ wurde auf Initiative der Sächsischen Staatsregierung ins Leben gerufen. Der Runde Tisch wurde von Professor Dr. Martin Gillo organisiert und moderiert und arbeitete bis Juni 2011.
Abschlussbericht umd Empfehlungen übergeben

- Der Bericht enthält eine Zusammenfassung der Arbeit des Gremiums und die 24 Empfehlungen.
Am Freitag, dem 23. September 2011 stellte Prof. Dr. Martin Gillo als Moderator des Runden Tisch Anerkennung (RTA) den Bericht und die insgesamt 24 Empfehlungen zur Verbesserung der Anerkennungssituation in Sachsen im Rahmen einer Pressekonferenz vor. Die Empfehlungen beziehen sich auf die anstehende Landesgesetzgebung und auf begleitende Maßnahmen.
Sie zielen unter anderem auf die Verbesserung der Beratungsangebote für Anerkennungssuchende, auf die Themen Nachqualifizierung, Spracherwerb und Finanzierung, auf die Bündelung von Anerkennungsstellen sowie auf die Qualifizierung der Beratung. Zur Verbesserung der Anerkennungssituation gehört es nach den Empfehlungen des RTA auch, die interkulturelle Kompetenz der Berater zu erhöhen, Vorurteile gegenüber Deutsch als Fremdsprache abzubauen und Mehrsprachigkeit als Kompetenz anzuerkennen.
Martin Gillo betonte, Anerkennung sei die Brücke zwischen Zuwanderung und Integration. Eine schnelle und serviceorientierte Anerkennung von Qualifikationen sei nicht nur die Vorraussetzung für echte Integration, sie sei auch ein Aushängeschild, mit dem man sich gegenüber anderen Mitbewerbern um Fachkräfte absetzen könne.
Der Bericht wurde dem Sächsischen Landtag zur Beratung mit der Drucksachsennummer 5/6788 übergeben. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung am 23.09.2011 erhielten die Vertreter der Staatsregierung die Empfehlungen.

- Prof. Gillo stellt mit Betroffenen die Empfehlungen in einer Pressekonferenz vor
- Foto: Guffler
Empfehlungen des Runden Tischs zur Verbesserung der Anerkennungssituation in Sachsen
1. Hier sind Sie richtig: Zentrale Anlauf- und Beratungsstelle für Migranten für Verweisberatung und Begleitung auf dem Weg zur Anerkennung
2. Wir kennen den Weg: Verweis- und Berufsberatungskompetenz bei allen Anerkennungsakteuren steigern
3. Sie können etwas: Qualifikationen erkennen und berücksichtigen
4. Klugen Köpfen Türen öffnen: Ausländerbehörden als "Welcome-Center”
5. Wir verschaffen Übersicht: Ein Ansprechpartner für ein Berufsfeld / ein Qualifikationsfeld
6. Alles aus einer Hand: Gemeinsame Anerkennungsbescheide für Berufsfelder
7. Wir sprechen Deutsch und verstehen Sie trotzdem: Vorurteile gegenüber Mehrsprachigkeit abbauen
8. Deutschlernen lebenslang: Spracherwerb unterstützen
9. Wir können alles außer Amtsdeutsch: Verständlichkeit der Informationsblätter, Anerkennungsbescheide bzw. Hinweisschreiben erhöhen
10. Wir sind alle anders: Interkulturelle Kompetenz stärken
11. Es geht weiter: Nachqualifizierungen neu denken
12. Anerkennungen anerkennen: Wissensmanagement zu Anerkennungsbescheiden aufbauen
13. Wer zahlt wofür wie viel: Transparenz bei den Kosten schaffen
14. Anerkennung gemeinsam gestalten: Sächsische Anerkennungsakteure weiter vernetzen
Empfehlungen des Sächsischen Ausländerbeauftragten zur Verbesserung der Anerkennungssituation in Sachsen
15. Hand in Hand: Gleiche Prinzipien für die Bundes- und Landesgesetzgebung
16. Chancen geben: Vom Anerkennungsverfahren zur Anerkennung von Qualifikationen
17. Unternehmen im Verbund: Gemeinsam ausländische Qualifikationen erschließen
18. Faire Kosten: Gebühren für Anerkennungsverfahren niedrig halten
19. Diese Wege sind möglich: Anerkennungsberatung ist Berufswegeberatung
20. Hilfe ist nah: Erreichbare Angebote zur Anerkennungsberatung
21. Hier sind Sie richtig: Eine Anerkennungsstelle im Lehrer- und Erzieherbereich
22. Ingenieure willkommen: Anerkennungsstelle als Servicestelle
23. Sprache ist Sprache und Wissen ist Wissen: Prüfungen mit Sach- und mit Sprachverstand
24. Ärzte für Sachsen: Gleichbehandlung und Transparenz bei den Heilberufen
Dem Fachkräftemangel mit hier ansässigen Talenten entgegentreten.
Die Sächsische Staatsregierung hat angesichts des administrativen Fortgangs bei der Bundesgesetzgebung zum „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen“, bei der Arbeit der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Verbesserung der Anerkennungsverfahren“ dafür plädiert, die Arbeit des Runden Tisches zu beenden.
Der Runde Tisch „Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse“ hat deshalb am 27. Juni 2011 seine abschließende Sitzung durchgeführt. Im Mittelpunkt standen dabei die Anregungen und Empfehlungen der externen Partner für die Landesgesetzgebung und für die Verbesserung der sächsischen Anerkennungspraxis. In einem moderierten Workshop haben die Vertreter der sächsischen Kammern, der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur und des DGB herausgearbeitet, was ihre jeweiligen Institutionen dazu beitragen können, um die Anerkennungspraxis in Sachsen zu verbessern. Darüber hinaus gaben sie wichtige Hinweise für die anstehende Ländergesetzgebung sowie für die notwendigen begleitenden Maßnahmen.
Der Sächsische Ausländerbeauftragte wird die Empfehlungen der Mitglieder des Runden Tisches in einem Bericht zusammenfassen und der Staatsregierung nach der Sommerpause übergeben.
„Ich danke allen Migrantinnen und Migranten, die ihre Fälle in die Arbeit des Runden Tisches eingebracht haben. Sie haben uns geholfen, entscheidende Hürden in der sächsischen Anerkennungspraxis zu erkennen. Die Akteure am Runden Tisch haben sich intensiv mit Ihren Fällen befasst. Leider können wir nicht allen von Ihnen direkt helfen. Aber Sie haben uns geholfen zu erkennen, wie wir die Bedingungen insgesamt verbessern können. Dafür danke ich Ihnen auch im Namen aller Mitglieder des Runden Tisches recht herzlich.
Ihr Martin Gillo“



