Bundespräsident Gauck zum Antrittsbesuch in Sachsen

Bundespräsident Joachim Gauck, Daniela Schadt, Gerlind Rößler und Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler im Plenarsaal des Sächsischen Landtags

Bundespräsident Joachim Gauck, Daniela Schadt, Gerlind Rößler und Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler im Plenarsaal des Sächsischen Landtags

Veranstaltung am 30.04.2013

Bundespräsident Joachim Gauck stattete dem Freistaat Sachsen am 30. April 2013 seinen offiziellen Antrittsbesuch ab. Dabei war das Staatsoberhaupt in Begleitung von Lebenspartnerin Daniela Schadt auch im Sächsischen Landtag zu Gast.

Im Rahmen seines offiziellen Antrittsbesuches in Sachsen war Bundespräsident Joachim Gauck heute Vormittag zu Gast im Sächsischen Landtag. Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler und Frau begrüßten das Staatsoberhaupt und dessen Lebenspartnerin Daniela Schadt im Namen der Abgeordneten des Sächsischen Landtags.

An die Begrüßung und den Eintrag des Bundespräsidenten in das Gästebuch des Sächsischen Landtags schloss sich ein Gespräch mit Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler, den Vizepräsidenten des Landtags und den Fraktionsvorsitzenden an. „Der Bundespräsident interessierte sich besonders für die aktuellen Pläne, eine Schuldenbremse in die sächsische Verfassung aufzunehmen“, sagte Dr. Rößler im Anschluss an das Treffen.  

Die Vertreter fast aller Fraktionen zeigten sich davon überzeugt, dass der Schritt, keine neuen Schulden mehr aufzunehmen, richtig sei. Von den Fraktionen wurde besonders betont, dass die Gespräche in einer konstruktiven und zielführenden Atmosphäre verliefen. Sie zeigten sich gegenüber dem Bundespräsidenten zuversichtlich, die Verfassungsänderung noch vor der Sommerpause verabschieden zu können.  

Ein zweiter Gesprächsschwerpunkt war die demographische Entwicklung im Freistaat. Die Landtagsvertreter wiesen darauf hin, dass es gelungen sei, die Abwanderung aus dem Freistaat zu stoppen. Trotzdem gebe es noch ein Entwicklungsgefälle zwischen den Wachstumsregionen wie Dresden und Leipzig auf der einen Seite und den ländlichen Regionen auf der anderen Seite.  Als Gastgeschenk überreichte Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler dem Bundespräsidenten ein Faksimile der Verfassung des Sächsischen Landtags von 1992.

Weitere Stationen des Bundespräsidenten während seines eintägigen Besuches in Sachsen waren:

  • Staatskanzlei (Gespräch mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich und dem Kabinett)
  • TU Dresden, Institut für Photophysik (Treffen mit den Preisträgern des Deutschen Zukunftspreises 2011)
  • Xenon Automatisierungstechnik GmbH (Besichtigung einer Drucksensorfertigungslinie)
  • Deutsches Hygiene-Museum (Zusammentreffen mit Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz und Prof. Klaus Vogel, Direktor des Museums, Rundgang durch die Dauerausstellung) sowie
  • Empfang des Ministerpräsidenten für 100 ehrenamtlich tätige Sachsen anlässlich des Besuchs des Bundespräsidenten (Deutsches Hygiene-Museum).

Der Antrittsbesuch im Sächsischen Landtag führt Bundespräsident Joachim Gauck auf bekanntes Terrain. Am 3. Oktober 2007 hielt er vor mehr als 450 Gästen die vielbeachtete Festrede zur Feierstunde des Parlamentes im Plenarsaal anlässlich des Tages der Deutschen Einheit. Unter dem Motto „Freiheit wagen – Verantwortung leben“ hielt er ein flammendes Plädoyer für die Freiheit. „Bislang hat die Zeit noch nicht ausgereicht, um alle Bürger zu Liebhabern der Freiheit zu machen. […] Aber wir dürfen nicht vergessen, wer uns ohnmächtig machte, dürfen nie aufhören, Diktaturen auch Diktaturen zu nennen“, so Gauck vor mehr als fünf Jahren in Dresden.