Tag der Sachsen in Freiberg

Landtagsbühne beim Tag der Sachsen in Freiberg 2012

Landtagsbühne beim Tag der Sachsen in Freiberg 2012

Veranstaltung vom 07.09.2012 bis 09.09.2012

Vom 7. bis 9. September fand der Tag der Sachsen in Freiberg statt. Er ist das größte Volksfest der Vereine und Verbände in unserem Land. Vor 20 Jahren hat er in Freiberg seine Premiere erlebt und ist seitdem zu einer Erfolgsgeschichte geworden.

Seit 20 Jahren ein Beispiel für Lebenslust und Organisationstalent

"Man muss kein Prophet sein, um dem Tag der Sachsen eine lange Lebensdauer vorauszusagen", erklärte der Präsident des Sächsischen Landtags, Dr. Matthias Rößler, in Freiberg: "Das ist Lebenslust pur." Er sei davon überzeugt, dass dieses Volksfest längst ein fester Bestandteil im Leben vieler Sachsen geworden ist. Die Besucherzahlen sprachen in der Tat für sich: Über 400.000 hatten sich an den drei Tagen in Freibergs Innenstadt getummelt.
Mit Zelt und Bühne des Sächsischen Landtags waren wir am Roten Weg, unmittelbar am Busbahnhof. Dorthin waren auch Kerstin und Stephanie gekommen: "Wir wissen, dass auf der Landtagsbühne unser Verein auftritt!"
Seit mehreren Jahren schon stellt der Sächsische Landtag der ausrichtenden Stadt die Bühne für Vereine zur Verfügung. In den zurückliegenden Jahren sind auf der Bühne des Sächsischen Landtages immer häufiger Gruppen aufgetreten, die auf einem beachtenswert hohen Niveau  musizieren und tanzen. Eine stolze Choreografin fasste das stellvertretend für wohl die meisten zusammen: "Wir haben uns intensiv auf diesen Auftritt hier vorbereitet."
Auf die Bühne gekommen waren auch andere: Dr. Thomas de Maizière, beispielsweise. Die Bemerkung, dass er in Sachsen kein Unbekannter sei, empfinde er fast als eine Frechheit. Schließlich habe er in Sachsen immer noch einen Wohnsitz. "Das werden wir auch nicht ändern". Beim Tag der Sachsen war de Maizière nicht nur Privatmann. Dass die Sicherheit am Hindukusch verteidigt werde, sei für ihn ebenso wie für einen seiner Vorgänger eine Devise, die an Bedeutsamkeit keineswegs abgenommen habe. "Wir haben die Lage stabilisiert. Das war das Ziel. Inwieweit sich das aber wieder ändern wird, wenn wir uns endgültig zurückgezogen haben, kann ich nicht vorhersagen". Und dann wird de Maizière ernst: "Sicherheit ist nie etwas Vollständiges, etwas Festes und Bleibendes. Wir sollten uns völlig von dem Gedanken frei machen, dass es ein sicheres Leben gibt." Er selbst, fährt er fort, würde es überhaupt nicht gut finden, böte das Leben keine Überraschungen und kurzfristige Veränderungen mehr.

Freude hat Tradition

Das habe etwas mit dem Spaß an allem zu tun, was mit Menschen zusammenhängt. Gerade der Tag der Sachsen sei für ihn ein tradiertes Beispiel für die Freude der Menschen an der Organisation von Begegnungen, Gesprächen und Unterhaltung. Nein – eine großspurige Botschaft habe er nicht. Aber er sage "Danke".
Neben der Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Professorin Sabine Freifrau von Schorlemer, dem Staatsminister der Finanzen, Professor Georg Unland und dem Justizminister, Dr. Jürgen Martens, sind auch der Ministerpräsident des Freistaates, Stanislaw Tillich, und natürlich der Hausherr, Dr. Matthias Rößler, auf der Bühne. Letzterer, in seiner Funktion als Präsident des "Kuratoriums Tag der Sachsen", freute sich über eine "ganz ausgezeichnete Organisation und eine fröhliche und ausgelassene typische Tag-der Sachsen-Stimmung". Dem stimmte der Ministerpräsident an gleicher Stelle zu und verwies gerade vor dem Hintergrund laut diskutierter Mei­nungs­verschiedenheiten darauf, dass die Sachsen "zwar hart in der Sache" seien, gleichzeitig aber "das Feiern nie verlernen" würden.

Quiz mit Kugelschreiber

"Was für ein Quiz?" Die Bitte – die zugegebenermaßen teilweise wie ein gezischter Befehl rüberkam – ihnen doch einen Kugelschreiber auszuhändigen, haben wir immer mit dem Hinweis auf das Quiz zur Ausstellung beschieden: Zum Ausfüllen des Fragebogens gäbe es selbstverständlich einen. In Freiberg war die Bereitschaft, einmal das parlamentarische Wissen zu testen, beachtlich hoch: Die beiden Behältnisse für die ausgefüllten Quizzettel waren am Ende des Tages gut gefüllt.
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in zwei Schichten an Zelt und Bühne Dienst verrichten, ist das Verhältnis zum Tag der Sachsen ambivalent: "Auf der einen Seite ist es richtiger Stress und man steht viele Stunden. Auf der anderen macht es richtig Spaß, mit Men­schen ins Gespräch zu kommen und sich neuen Argumenten und Meinungen zu stellen."
Den Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Frank Richter, treibt das Missverhältnis zwischen Jammern und Sich-einer-Sache-Stellen schon immer um. Im kurzen Interview auf der Bühne unterstrich Richter, dass jemand, der behaupte, er brauche keine politische Bildung, an der Wirklichkeit vorbei lebe: "Regiert wird immer, ob uns das passt oder nicht. Für mich lautet deshalb die Frage, ob ich mitgestalten oder das Regieren anderen überlassen will."
Die Mischung aus ernsten politischen Gesprächen und volksfestartiger Unterhaltung hat auf uns jedenfalls wieder mal wie eine Droge gewirkt, von der loszukommen nicht wirklich einfach ist: Am Ende dreier in der Summe recht anstrengender Tage hörte man beim Zusammenpacken ein leicht larmoyantes "Tschüss, Zelt!"
In diesem Sinne: Haben Sie ein gutes Jahr – und auf ein Wiedersehen in Schwarzenberg am ersten September-Wochenende 2013!

Impressionen vom Tag der Sachsen in Freiberg