Ausstellung "100 Sächsische Grafiken 2010 - Tiefdrucke"

Veranstaltung vom 13.04.2012 bis 15.05.2012

Am 12. April 2012 wurde die Ausstellung im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags eröffnet. Sie kann vom 13. April bis 15. Mai 2012 jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr und an den Wochenenden von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr besichtigt werden. An den Feiertagen bleibt die Ausstellung geschlossen.

Einführung in die Ausstellung

Die 8. Biennale sächsischer Druckgrafik der Neuen Sächsischen Galerie Chemnitz richtet ihren Fokus auf die Tiefdrucktechnik. Die Ausstellung wendet sich bewusst der technischen Seite der Grafik zu, um ihre Unersetzbarkeit durch neue digitale Vervielfältigungstechniken zu unterstreichen.
Gerade durch die kontinuierlich rückläufigen Auflagenhöhen wird deutlich: den Künstler führen Werkzeuge und Arbeitsmittel wie die Zwänge der Arbeitsweise im Tiefdruck zu einmaligen Ergebnissen. Wie überall ist auch im Tiefdruck die Meisterschaft an Vertiefung und Kontinuität gebunden. Ohne Souveränität im Umgang mit den handwerklichen Techniken wird das Zufällige die Kunst dominieren. Tiefdruck ist ein kompliziertes variantenreiches Verfahren, ohne Werkstatt oder Maschine nicht zu realisieren. Er wird bestimmt vom Charakter der Linien. Das reine Zeichnen steht in Wechselwirkung mit den technischen Prozessen der Flächenbearbeitung, dem Ätzen und Drucken selbst. Alle Trägermaterialien bringen günstige und beschränkende Eigenschaften mit sich, die es zu erkunden und auszunutzen gilt, seien es Kupfer oder Zink, seien es Aluminium oder Plexiglas. Alle bieten zufällige Strukturen an, die gezielt angewandt sein wollen. Eine Vielzahl von Werkzeugen, historisch meist aus ganz anderem Interesse entwickelt, erlaubt den differenziertesten Einsatz grafischer Wirkungen. Im Vergleich zu anderen Ölfarben zeigen die Tiefdruckfarben eine Intensität und Feinheit des Pigmentes, die Farbtiefen in den Linien der Kaltnadel erlauben, wie sie kein Zeichenstift je hinbekäme, die hauchdünne Druckflächen ermöglichen, deren Überlagerungen die eigenwilligsten Farbmischungen entstehen lassen können. Das Experimentieren scheint im Wesenskern der Entstehung von Tiefdrucken verankert zu sein. Von alledem kann diese Ausstellung ein Bild geben.

Zum Wettbewerb 100 Sächsische Grafiken 2010 hatten 123 Künstler 365 Arbeiten eingereicht. Für die 100 ausgewählten Grafiken galten der Jury immer die überzeugende Form und die Prägnanz der künstlerischen Sprache als höchste Kriterien.

Es wurden neun Preise für herausragende Arbeiten vergeben.
Übersicht der Preisträger 2010:
Grafikpreis der Volksbank Chemnitz
Karin Pietschmann
Konrad Henker
Falk Geißler
Grafikpreis der Sparkasse Erzgebirge
Jürgen Höritzsch
Tina Wohlfarth
druckspecht-Preis
Detlef Schweiger
Grafikpreis der Sozietät Handschumacher Krug Merbecks Rechtsanwälte
Osmar Osten
Kunsthüttenpreis
Martin Groß
Stipendium der Sächsischen Druckgrafiksymposions Hohenossig
Tanja Pohl