Ausstellung „Standhaft trotz Verfolgung – Jehovas Zeugen unter dem NS- und SED-Regime“

Veranstaltung vom 23.11.2011 bis 21.12.2011

Am 22.11.2011, 18.00 Uhr wurde die Ausstellung im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags eröffnet. Sie kann vom 23. November bis 21. Dezember 2011 jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr und am Wochenende in der Zeit von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr besichtigt werden.

Einführung in die Ausstellung

Zu den dunkelsten Kapiteln der Geschichte zählt die grausame Verfolgung und menschenverachtende Behandlung von Personen, die der nationalsozialistische Staat als seine Feinde ansah. Unter den unmittelbaren Opfern waren auch rund 10 000 Zeugen Jehovas in Deutschland. Obwohl Bürger dieses Landes, blieben sowohl die ermordeten als auch die überlebenden Opfer des NS-Regimes in der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet. Rund 8 800 waren in Gefängnissen und Konzentrationslagern inhaftiert, wobei etwa 950 das Leben verloren, davon 370 durch Hinrichtung.

In der DDR setzten bereits 1950 Repressionen und Verhaftungen ein. Es gab über 23 000 aktive Zeugen Jehovas, als die DDR-Regierung (1949-1989) im August 1950 ihre religiöse Tätigkeit verbot. Unter den rund 6 000 in Ostdeutschland verhafteten Angehörigen der Religionsgemeinschaft waren über 300 Personen, die bereits während der NS-Zeit in Konzentrationslagern und Gefängnissen wegen ihrer religiösen Überzeugung gelitten hatten. Während der gesamten 40-jährigen Verfolgung von Jehovas Zeugen in der SBZ und DDR wurden rund 5 000 von ihnen verurteilt und gelangten in den DDR-Strafvollzug. Über 60 Zeugen Jehovas starben in der Untersuchungshaft, im Strafvollzug oder kurz danach.