Landtag zeigt Video-Installation „Andritzki. Bekenntnis“

Veranstaltung vom 07.09.2011 bis 23.09.2011

Im Rahmen und als ideale Ergänzung der Präsentation der Rechtsextremismusausstellung des Bundesamtes für Verfassungsschutz präsentiert der Landtag einen Film zu Ehren Alojs Andritzkis.

Die Installation von Sonja Töpfer wurde 2010 vom Bistum Dresden-Meißen in Vorbereitung auf die Seligsprechung Alojs Andritzkis beauftragt. Sie will auf sein Lebenszeugnis aufmerksam und neugierig machen, ohne dabei biographisch zu dokumentieren. Die Botschaft des Films übersteigt konkrete Anlässe und Personen und lädt zu einer grundlegenderen Auseinandersetzung ein. Sie entwirft archetypische Bilder existentieller Bedrohung und ihrer Bewältigung. Der Film behandelt die Infragestellung des Daseins im Konflikt mit totalitären Systemen und stellt menschliche Erfahrung in den Kontext religiöser Deutung, ist aber zugleich als Einladung zum Dialog mit Menschen verschiedener Weltanschauung gedacht. Sie soll in öffentlichen Räumen aufgestellt werden.

Der experimentelle Film ist in einer mosaikartigen minimalistischen Dramaturgie gehalten und assoziiert in einer Ouvertüre und sieben Akten das Martyrium nach den letzten „sieben Worten Jesu am Kreuz“. Jeder dieser Akte ist von einer einzigen Szene geprägt, die je nach Zuschauerempfinden mehr oder weniger als rätselhaftes Gleichnisbild zu verstehen ist. Die Rahmung der Bildfläche durch matte Spiegel beteiligt den Zuschauer, der sich gleichermaßen auf Meditation und Auseinandersetzung einstellen muss.

Gedreht wurde an Originalschauplätzen in der sorbischen Landschaft: Akt 5 in einem abgebrannten Gehöft in Tschaschwitz; Akt 3 auf einem Weizenfeld in Dürrwicknitz,
die anderen Akte in einer Osterreiter-Scheune in Storcha.

Die Installation ist mehrteilig aufgebaut: Holzpfosten, Stacheldraht und Lampen stehen für die Gefangenschaft im KZ; die seitlichen Spiegel wollen den Betrachter zum Beteiligten machen.

Der Film läuft als Endlosschleife. Zum Ende eines Filmdurchlaufes (21:01 Minuten) überstrahlen Lampen den Aufbau und weisen als Lichtzeichen auf die christliche Hoffnung hin. Drei Aufsteller geben Informationen zu Alojs Andritzki und Interpretationshilfen.