Ausstellung "Sachsens Geschichte unterm Acker - Landwirte schützen Denkmale"

Sachsens Geschichte unterm Acker

Sachsens Geschichte unterm Acker

Veranstaltung vom 19.11.2015 bis 18.12.2015

Die Ausstellung »Sachsens Geschichte unterm Acker – Landwirte schützen Denkmale« stellt Sachsens Reichtum an archäologischen Denkmalen und Möglichkeiten zu ihrem Schutz vor. Die Schau wurde am 17. November 2015 im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags offiziell eröffnet und ist bis zum 18. Dezember 2015 im Parlament zu sehen.

Das Anlegen von Grünstreifen ist eine Möglichkeit zum Schutz von Denkmalen.

Gräber sind besonders gefährdete Denkmale. Durch eine tiefgründige Bodenbearbeitung werden Gefäße zertrümmert sowie Knochen und Leichenbrand verstreut.

Der schleichende Verlust archäologischer Denkmale auf landwirtschaftlichen Nutzflächen bewegt die archäologische Denkmalpflege schon seit Jahren. Inzwischen gibt es vielversprechende Ansätze, wie Denkmalschutz und Landwirtschaft in Einklang gebracht werden können.

Den Blick dafür soll die neue Wanderausstellung schärfen. Sie wurde gemeinsam von den sächsischen Landesämtern LfULG und dem LfA konzipiert. Das Projekt wurde durch die Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt möglich.

Der Sächsische Landtag ist der erste Austellungsort. In den kommenden zwei Jahren wird die Schau an verschiedenen Orten in Sachsen zu sehen sein.

Anhand von Schautafeln sowie modernen, interaktiven Karten und Animationen werden die Folgen intensiver Landwirtschaft und Erosion für archäologische Denkmale verdeutlicht. Auf der anderen Seite werden Möglichkeiten zu deren Schutz und Erhalt durch engagierte Landwirte aufgezeigt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die aufwändig präparierte Blockbergung eines originalen Urnengrabes aus der Bronzezeit, an dem die Spuren der Bepflügung erkennbar sind. Lassen Sie sich mitnehmen auf eine Zeitreise, aktiv und interaktiv.

Die Vernissage fand am 17. November 2015 im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags statt. An die Eröffnung durch Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler schlossen sich Grußworte des Generalsekretärs der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Dr. Heinrich Bottermann sowie von Herbert Wolff, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, an. Zum Abschluss führte Landesarchäologin Dr. Regina Smolnik, Landesamt für Archäologie, in die Schau ein.

Die Besucher lernen in der Ausstellung die ganze Bandbreite an Denkmalen kennen: vom Gräberfeld über Hortfunde bis zu Siedlungen und Befestigungen. Die Blockbergung eines Urnengrabes aus der späten Bronzezeit, ausgewählte Funde, bebilderte Schautafeln und interaktive Stelen vermitteln einen Eindruck von der Vielfalt der Quellen.

Die Ausstellung verfolgt mehrere Ziele: Der Besucher soll die besondere landeshistorische Bedeutung archäologischer Quellen, ihre zeitliche Dimension und regionale Variabilität erfahren und in seiner Wertschätzung für das „Archiv im Boden“ bestärkt werden: Kein Archivar gibt eine Urkunde schleichender Zerstörung preis. Die Erhaltung archäologischer Denkmäler ist genauso im öffentlichen Interesse und ein hohes Gut.

Die Ausstellung öffnet auch die Augen für Gefahren, denen die Bodendenkmale ausgesetzt sind. Ein großer Teil liegt unter Ackerflächen. Hier sind die Denkmale durch Bodenerosion, zu tiefe Bodenbearbeitung und zu hohen Bodendruck bedroht, teilweise schon zerstört. Die Präsentation zeigt deshalb Wege, wie Ackerbau und Denkmalschutz in Einklang gebracht werden können. Pfluglose Bodenbearbeitung, die Anlage von Grünland bzw. von Grünstreifen, teilflächenspezifische Bewirtschaftung sowie Flächentausch im Rahmen der Ländlichen Neuordnung sind mögliche Schutzmaßnahmen. Sie zeigt für Sachsen gute Beispiele aus der Praxis und stellt sächsische Landwirte vor, die Nutzung und Schutz in Einklang bringen.

Durch die Benennung von Ansprechpartnern erfahren Landwirte und Grundstückseigentümer, wo sie Auskünfte erhalten zu Denkmalflächen auf ihren Ackerflächen, zu denkmalgerechten Bewirtschaftungsverfahren und  zur Förderung von Schutzmaßnahmen.

Die nächsten Ausstellungsorte nach dem Sächsischen Landtag sind das Landwirtschafts- und Umweltzentrum Nossen und das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz.

Öffnungszeiten:
Vom 19. November bis 18. Dezember 2015 kann die Präsentation jeweils montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtages besucht werden. An Feiertagen bleibt die Schau geschlossen. Der Eintritt ist frei.