Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges

Gedenken in Zeithain, Foto: Dieter Worgul

Gedenken in Zeithain, Foto: Dieter Worgul

Veranstaltung am 23.04.2015

Zum 70. Jahrestag des Ende des 2. Weltkrieges und der Befreiung der Kriegsgefangenenlagers Zeithain fand am 23. April 2015 eine gemeinsame Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain statt, an der sich der Sächsische Landtag beteiligt. Stelen mit den Namen von 23.000 im Kriegsgefangenen, die dort 1941-45 verstorben sind, wurden der Öffentlichkeit präsentiert. Landtagspräsident Matthias Rößler erinnerte daran, dass die russischen Kriegsgefangenen 1941 zu den ersten Opfern des Vernichtungsfeldzuges der Wehrmacht gegen die Sowjetunion gehörten.

Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Landesverband Sachsen, die Gemeinde Zeithain und der Förderverein Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain e. V. in Kooperation mit der Sächsischen Staatsregierung und dem Sächsischen Landtag gedachten mit einer gemeinsamen Veranstaltung dem 70. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges und der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Zeithain.

Die Veranstaltung fand am Donnerstag, dem 23. April 2015 in der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain statt. Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler hielt eine der Gedenkreden. Abgeordnete des Sächsischen Landtags nahmen an der Veranstaltung teil.

Stelen erinnern an die Opfer
Während der Veranstaltung wurden Stelen mit den Namen von 23.000 im Kriegsgefangenenlager Zeithain 1941-1945 verstorbenen sowjetischen Kriegsgefangenen der Öffentlichkeit präsentiert. Sie waren mit Unterstützung des Freistaates Sachsen in der Gedenkstätte und auf drei weiteren Zeithainer Kriegsgefangenenfriedhöfen seit September 2013 aufgestellt worden. Erstmals in Deutschland werden damit auf den Zeithainer Friedhöfen alle bekannten Namen dieser Opfergruppe dauerhaft vermerkt.

Für viele Angehörige endet damit die Ungewissheit. Jahrelang war die Mehrheit der Opfer von Zeithain zuvor namenlos geblieben, wie der Historiker Dr. Alexander Haritonow 2013 im Sächsischen Landtag betont hatte, als der Sächsische Landtag und die Staatsregierung ihrer jährlich stattfindende gemeinsame Gedenkveranstaltung am 27. Januar insbesondere den Kriegsgefangenen gewidmet hatten. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erinnerte damals ein deutsches Parlament explizit an die Opfergruppe der Kriegsgefangenen und die an ihr begangenen Verbrechen.

Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain
Die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain erinnert an die Opfer von Verbrechen der Wehrmacht an Kriegsgefangenen im Lager Zeithain 1941-1945. Insgesamt sind zwischen 25.000 und 30.000 sowjetische und mehr als  900 Kriegsgefangene aus Italien, Polen und Serbien in Zeithain verstorben. Gründe waren vor allem mangelhafte Ernährung und katastrophale hygienische Bedingungen.